News Magazin

Hitman Absolution im Test (Game Review)

Hitman Absolution: exzellente Schleich-Action im modernen Gewand

Nach gut 6 Jahren Pause erscheint nunmehr der fünfte Teil der Hitman-Reihe. Mit Hitman Absolution ist dem Team von IO Interactive ein einzigartiges Stealth-Actionspiel gelungen, das nicht nur in Punkto Optik seine populären Vorgänger übertrifft, sondern sich auch abwechslungsreicher spielt und spannender inszeniert ist. Warum Hitman Absolution trotzdem “nur” eine überzeugende Weiterentwicklung seiner guten Vorgänger ist und das Genre der Stealth-Actionspiele nicht neu definiert, klärt der folgende Test im Detail.

Hitman Absolution (Screenshot: GP | Square Enix)

Hitman Absolution (Screenshot: GP | Square Enix)

Die Story: wenig originell, aber ausgezeichnet inszeniert

Der Einstieg in das Spiel ist verwirrend und erschließt sich erst im weiteren Verlauf der Handlung: Alles beginnt damit, dass der Protagonist des Spieles, Agent 47, eine ehemalige Vorgesetzte liquidiert, die der Agency den Rücken gekehrt und Hochverrat begangen hat. Kurz vor deren Ableben verspricht Agent 47 dem Opfer, auf ein geheimnisvolles Mädchen aufzupassen, anstatt es – wie von Agency vorgesehen – auszuliefern. Er bringt das Mädchen in Sicherheit und stellt Nachforschungen über sie und die mit ihr verbundenen Pläne der Agency an. Von nun an beginnt ein Katz und Maus Spiel zwischen dem Hitman und seinem ehemaligen Auftraggeber: Während die Agency alle Hebel in Bewegung setzt, um den untreuen Auftragskiller loszuwerden, versucht dieser, hinter die Geheimnisse des Mädchens und deren Bedeutung für die Agency zu kommen.


Die Story gehört nicht unbedingt zu den Stärken des Spiels. Sie beginnt stark, flacht dann aber im Verlauf des Spieles kontinuierlich ab. Insgesamt ähnelt sie der Story eines typischen James Bond-Filmes: Sie weiß zu unterhalten, sie weckt aber keine großen Emotionen und man wird sich später auch nicht mehr wirklich an sie erinnern. Dafür ist sie exzellent inszeniert: hollywoodreife Video- und Dialogsequenzen bewirken, dass der Spieler förmlich in die düstere und authentisch inszenierte Spielwelt hineingezogen wird.

Hitman Absolution (Screenshot: GP | Square Enix)

Hitman Absolution (Screenshot: GP | Square Enix)

Das Gameplay: Altes Grundgerüst konsequent weiterentwickelt

Das Gameplay von Hitman Absolution bleibt seinen Wurzeln treu, hat aber – im Vergleich zu den Vorgängern – eine positive Weiterentwicklung erfahren. Wie bei den vorangegangenen Spielen geht es in jeder Mission in erster Linie (lediglich) darum, bestimmte Zielpersonen auszuschalten. Auch der Spielverlauf ist linear geblieben: die vorgegebenen Missionen müssen nacheinander abgearbeitet werden; eine freie Entscheidungsmöglichkeit im Hinblick darauf, welche Gebiete man aufsucht und welchen Handlungsstrang man verfolgt, gibt es nicht. Dafür ist man innerhalb der Missionen völlig frei: Geht man möglichst offen vor und sucht den direkten Kontakt mit dem Feind, oder gelangt man lieber unauffällig zum Ziel – die Entscheidung trifft allein der Spieler. Und in keinem sonstigen Stealth-Spiel gewährt die Umgebung dem Spieler eine derart große Vielfalt zum Experimentieren: vergiftete Getränke, brennbare Pasten, Gipsfiguren, Billiardkugeln, Schraubenzieher oder Teetassen – so ziemlich jeder Gegenstand kann zur tödlichen Waffe umfunktioniert werden.

Das neue Instinktsystem, das man durch Betätigung der STRG-Taste aktiviert – die Instinktleiste nimmt mit der Zeit ab und wird durch Teilerfolge im Spiel wieder aufgeladen – macht den Spieler auf nutzbare Objekte, auf diverse Charaktere und deren Laufwege in der Umgebung aufmerksam. Der Spieler ist so in der Lage, die Laufwege und Gewohnheiten seiner Gegner auszukundschaften, das nächste Attentat penibel zu planen und Fallen zu stellen. Will oder ist man dazu gezwungen, mit Waffengewalt vorzugehen, so erweist sich der Instinkt ebenfalls als nützlich: Er aktiviert dann einen Zeitlupenmodus, in dem gleich mehrere Ziele anvisiert und ausgeschaltet werden können. Die schier unendlichen Möglichkeiten, mit welcher Vorgehensweise und in welcher Form man seine Gegner liquidiert – so makaber sie auch sein mögen -, machen das Spiel so einzigartig. Die gelungene Überarbeitung des Nahkampfsystems wird dabei besonders Actionfans freuen: Erstmals sind in einem Hitman-Spiel nun auch spannende Schusswechsel möglich, der Shooter-Steuerung und der dynamischen Bewegung des Protagonisten zum Dank. Und schließlich sorgen 5 Schwierigkeitsgrade dafür, das Hitman Absolution sowohl Anfängern, als auch Profis viel Freude bereiten wird.

Hitman Absolution (Screenshot: GP | Square Enix)

Hitman Absolution (Screenshot: GP | Square Enix)

Steuerung und Technik: vorbildlich

Ein weiterer Pluspunkt von Hitman Absolution ist die Bedienung des Spieles: Der Hitman bewegt sich nicht mehr – wie bei den Vorgängern – hölzern und steif durch die Gegend, sondern lässt sich nun wirklich geschmeidig durch die Missionen lenken. Ob klettern, kriechen, schleichen oder beim Aufsuchen der Deckung: Alle Aktionen gehen gut von der Hand. Die Umgebung, in der sich der Hitman bewegt, ist dabei durchweg eindrucksvoll gestaltet und besticht durch Ihre Vielfalt: Marktplätze, auf denen sich Menschenmassen tummeln, verruchte Clubs, nächtliche Großstadt-Szenarien und dunkle Hinterhöfe sorgen für eine authentisch-düstere Atmosphäre. Zudem glänzen die Szenarien durch ihre vielen Details, ihre stimmigen Lichteffekte und ihre hochauflösenden Texturen; gleiches gilt für die ausgezeichnete Darstellung der Charaktere.

Der gute Sound komplettiert den exzellenten technischen Eindruck, den Hitman Absolution hinterlässt: Vor allem die Sprachausgabe ist zu loben, die den Charakteren dank guter Sprecher ein hohes Maß an Authentizität verleiht. Musikalisch hält sich das Spiel eher zurück; die dezent eingespielte Musik ist jedoch durchweg stimmig und passt zum jeweiligen Szenario.

Fazit

Hitman Absolution bleibt seinen Wurzeln treu, bahnbrechende Neuerung sind ausgeblieben. Dank der Optimierung und Weiterentwicklung von Gameplay und Technik ist der fünfte Teil der Serie aber auch eindeutig der beste. Hitman Absolution ist daher ein sehr gutes Stealth-Actionspiel geworden und bekommt von mir eine uneingeschränkte Kaufempfehlung.

       
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading ... Loading ...
Weitere Artikel zum Thema:

« Bundestag billigt Griechenland-Hilfe
» Skandalbuch – Sex einer 15-Jährigen

Trackback-URL: