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Amazon-Deutschland-Chef wehrt sich gegen Kritik

Amazon-Päckchen, über dts Nachrichtenagentur

Foto: Amazon-Päckchen, über dts Nachrichtenagentur

München (dts Nachrichtenagentur) – Amazon-Deutschland-Chef Ralf Kleber wehrt sich gegen Kritik, wonach das Unternehmen eine Monopolstellung im elektronischen Handel innehabe. „Die Sichtweise hält den Fakten nicht stand“, sagte Kleber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstagsausgabe). „Wir stehen in einem gesunden und engen Wettbewerb mit vielen Unternehmen, und die Kunden haben heute eine große Auswahl an Anbietern im Onlinehandel“, sagte Kleber weiter.

Auch der stationäre Handel sei nach wie vor stark. „Der Onlinehandel macht in Deutschland erst gut zehn Prozent am Einzelhandel aus. Es liegt eine ziemlich große Spielwiese vor uns, auf der Platz für ganz viele Unternehmen ist“, sagte der Manager. „Die Digitalisierung steckt noch in den Kinderschuhen.“ Amazon nahm vor 20 Jahren den Betrieb in Deutschland auf. Aufgrund seiner inzwischen erreichten Marktmacht steht der Handelsriese immer wieder in der Kritik. Die am Mittwoch dieser Woche vorgestellte Analyse des Forschungs- und Beratungsinstituts EHI und des Statistikportals Statista zeigt die Lage in Zahlen. Auf rund 42,8 Milliarden Euro haben sich die E-Commerce-Erlöse der 1.000 umsatzstärksten deutschen Onlineshops im vergangenen Jahr summiert. Rund 20 Prozent davon (8,8 Milliarden Euro) entfielen auf Amazon und damit selbst ohne den Umsatz externer Händler auf seiner Plattform fast dreimal so viel wie die knapp 3 Milliarden Euro Umsatz von Otto. Auf Platz drei folgt Zalando mit 1,3 Milliarden Euro E-Commerce-Umsatz. Der Präsident des Handelsverbands Deutschland, Josef Sanktjohanser, sieht das Kartellamt laut „Handelsblatt“ zum Handeln veranlasst. Kleber verwies darauf, dass ein verzerrter Eindruck entstehe, weil man Amazon „an vielen Ecken“ begegne. Das Unternehmen hoste beispielsweise Unternehmensdaten im großen Stil, sei in die Medienproduktion eingestiegen und entwickele technologische Produkte beispielsweise mit der sprachgesteuerten Assistenz-Software Alexa, sagte Kleber der Zeitung. Dies passe zur Firmenstrategie: „Sprichwörtlich möchte Amazon in jeder Disco auf der Tanzfläche mittanzen, in der gute Musik gespielt wird. Wo immer wir sehen: Das passt zu uns, hier können wir mit unserem Know-how und auf Basis von Internet-Technologien und -Services Innovation vorantreiben, gehen wir gerne mit rein“, so Kleber.

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