Roboter & Drohnen
So gefährlich sind die Hightech-Waffen des IS

Der IS setzt auch auf Drohnen

Der IS setzt auch auf Drohnen (Symbolbild: leolintang | Shutterstock)

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) verfügt offenbar über moderneres militärisches Know-how als bisher bekannt. So setzt die Terrormiliz in der umkämpften irakischen Stadt Mossul unter anderem Roboter zur Irreführung feindlicher Kampfflugzeuge ein, wie die Wochenzeitung „Die Zeit“ in ihrer aktuellen Ausgabe unter Berufung auf ein internes IS-Memo berichtet. Das siebenseitige Dokument stammt aus einem Waffenlabor des IS in der Nähe der syrischen Stadt Aleppo.

Anschläge mit Drohnen auch in Europa?

Es wurde in der nordsyrischen Stadt Manbidsch gefunden, aus welcher der IS im August nach fast zwei Jahren vertrieben werden konnte. Dem Dokument zufolge arbeitete der IS bereits 2015 zudem an der Entwicklung von Drohnen. Mittlerweile sind tatsächlich mehrere Fälle bekannt, in denen der IS mit Sprengstoff beladene Drohnen an der Front bei Mosul eingesetzt hat. Die französische Regierung warnte Ende November erstmals davor, dass die Terrorgruppe Drohnen auch bei Anschlägen in Europa einsetzen könnte. Dem IS-Dokument zufolge haben die Dschihadisten zudem die ferngesteuerte „Kontrolle und kameragestützte Überwachung eines kompletten Minenfeldes“ gemeistert, „inklusive der Möglichkeit, jeden einzelnen Sprengsatz aus der Entfernung zu zünden“. Vertreter syrischer Rebellengruppen bestätigten der „Zeit“, dass der IS dazu in der Lage sei.

Roboter sollen Kampfjets täuschen

Die Roboter, die der IS einsetzt, um feindliche Kampfjets irrezuleiten, simulieren durch Propangas-Ausstöße das Mündungsfeuer schwerer Waffen. Auf die Frage, ob die in dem Memo beschriebenen Ablenkungs-Waffen bekannt seien, bestätigte ein Sprecher der internationalen Anti-IS-Operation „Inherent Resolve“ auf Anfrage der Zeitung: „Ja. Der IS versucht kontinuierlich, seine Bewegungen mithilfe neuer Methoden zu verschleiern.“ Experten eines westlichen Nachrichtendienstes erklärten: „Der IS professionalisiert sich waffentechnisch. Das hat nichts mehr mit einer Partisanen- oder Rebellengruppe mit Kalaschnikows und Sprengstoffwesten zu tun. Da hat eine neue Zeitrechnung begonnen.“

Kommentar

Hochtechnologie, die eigentlich für den zivilen Bereich bestimmt ist, hat längst ihren Weg auf die Schlachtfelder gefunden. Schon im Ukraine-Konflikt wurde umgebaute zivile Modellflug- und Computertechnik zur Aufklärung eingesetzt.

Der IS geht offenbar einen Schritt weiter und bewaffnet die Systeme. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis man versuchen wird, Drohnen und Roboter für Terroranschläge in Europa einzusetzen. Die Sicherheitsbehörden tun gut daran, solche Szenarien schon jetzt in ihren Planungen zu berücksichtigen.

Drohnen machen Ziele – wie bspw. kritische Infrastruktur – erreichbar, die konventionell nur schwer angreifbar sind.

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