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Deutschland schiebt vermehrt in EU-Staaten ab

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, über dts Nachrichtenagentur

Foto: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sind nach Auskunft der Bundesregierung 313 Mitarbeiter allein mit Dublin-Verfahren beschäftigt. Sie dauerten im ersten Halbjahr im Schnitt 1,5 Monate – kürzer als 2017 – und machten 37,2 Prozent aller Asylverfahren aus. das berichten die Funke-Zeitungen. Zwei Drittel der Betroffenen werden durch einen Abgleich ihrer Fingerabdrücke im Eurodac-System überführt.

„Das ist inhuman.“

Die meisten Zurückweisungen gehen in steigendem Maße nach Italien. Die größte Nationalitätengruppe (14,2 Prozent) machen nigerianische Flüchtlinge aus. Allerdings haben deutsche Behörden jede vierte Überstellung nach Italien und fast zwei Drittel der Zurückweisungen nach Bulgarien gestoppt. Bulgarien hält die EU-Standards für den Umgang mit Flüchtlingen nicht ein. Aus vergleichbaren Gründen wird nach Ungarn schon seit Mai 2017 niemand überstellt.

Die Zahlen sind für Linken-Politikerin Ulla Jelpke „keine Erfolgsmeldung“. Immer wieder heiße es, Dublin sei gescheitert. „Noch schlimmer ist es aber, wenn Dublin funktioniert“, sagte sie. Schutzsuchende würden hin- und hergeschoben, ohne Chance anzukommen. „Das ist inhuman.“ Wie die Funke-Zeitungen weiter berichten, will die Bundesregierung bis Jahresende im Zuge der Familienzusammenführung 2.000 Schutzsuchende aus Griechenland aufnehmen. Das hatte Deutschland mit Griechenland vereinbart – als „Gegenleistung“ wird die Bundespolizei an der Grenze zu Österreich Migranten zurückweisen, die bereits in Griechenland registriert sind.

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