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Gorch Fock: Ex-Werft-Vorstand verteidigt Kostenexplosion

Eine Boje im Meer, über dts Nachrichtenagentur

Foto: Eine Boje im Meer, über dts Nachrichtenagentur

Elsfleth (dts Nachrichtenagentur) – Marcus R., langjähriger Vorstand der Elsflether Werft, wehrt sich gegen die Kritik im Zusammenhang mit der Kostenexplosion bei der Instandsetzung der „Gorch Fock“. „Die Entscheidung über Kostensteigerungen hat zu keinem Zeitpunkt mit der Werft zu tun. Das liegt nicht in unserer Macht. Wir haben nur auf Anfragen des Marinearsenals und des BAAINBw (Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, d. Red.) reagiert“, sagte er der „Welt“ (Mittwochausgabe).

Und weiter: „Wir konnten keine Schraube in dieses Schiff drehen ohne dass das irgendjemand vorher genehmigt hat. Teilweise mussten wir auf Anweisung sogar Arbeiten rückgängig machen – obwohl wir vorher gesagt haben, dass wir das nicht für sinnvoll halten. Und es wäre auch vermeidbar gewesen.“ Dass Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zwischenzeitlich falsche oder nicht aussagekräftige Informationen zu einzelnen Sanierungsabschnitten erhalten haben soll, bezweifelt er. „Frau von der Leyen war unserer Vermutung nach immer unterrichtet über die Prozesse, allein weil dieses Schiff ein sehr politisches Schiff ist. Ich weiß nicht, welche Informationen da falsch gewesen sein sollen. Man versucht vielleicht, sich da hinter bestimmten Schlagworten zu verstecken“, sagte Marcus R. weiter. Den Plan des Ministeriums, die „Gorch Fock“ bis April wieder schwimmfähig zu machen, hält R. für falsch: „Diese Entscheidung ist politisch motiviert, Sinn macht sie im Blick auf die Sanierung nicht. Da frage ich mich: Ist es überhaupt ein ernsthaftes Interesse, das Schiff fertig zu bekommen? Diese Maßnahme wird die Sanierung – ohne weitere Kosten auszulösen – jedenfalls weiter verzögern.“ Neben der Kostenexplosion – aus anfangs 9,6 Millionen Euro wurden 135 Millionen – sorgt seit Wochen ein Korruptionsverdacht für Aufregung. So hatte die Elsflether Werft insgesamt 800.000 Euro an einen technischen Preisprüfer des Marinearsenals Wilhelmshaven als Darlehen überwiesen. Der Verdacht: Damit wollte sich die Werft Vorteile bei der Auftragsvergabe verschaffen. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück leitete Ermittlungen wegen Bestechlichkeit gegen drei Beschuldigte ein.

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