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Grüne kritisieren Informationspolitik im Valsartan-Skandal

Grünen-Bundesdelegiertenkonferenz 2017, über dts Nachrichtenagentur

Foto: Grünen-Bundesdelegiertenkonferenz 2017, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Nach dem globalen Rückruf von verunreinigten Chargen des Blutdrucksenkers Valsartan wächst die Kritik am öffentlichen Umgang der Bundesregierung mit dem Skandal. „Es drängt sich immer mehr der Eindruck auf, dass das Bundesgesundheitsministerium versucht, den Skandal bewusst klein zu halten“, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Kordula Schulz-Asche, der „Welt“ (Freitagsausgabe). Die Arzneimittelexpertin der Grünen hatte Auskunft darüber verlangt, ob die Bundesregierung die rund 900.000 betroffenen Patienten in Deutschland mit gezielten Maßnahmen auch direkt informieren wolle.

In der Regierungsantwort, über welche die Zeitung berichtet, verweist Gesundheitsstaatssekretär Thomas Gebhart (CDU) auf eine entsprechende Webseite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Dort seien Fragen und Antworten zu dem Fall abrufbar. Weiter heißt es in dem Schreiben: „Die Internetseite wird bei neuen Erkenntnissen aktualisiert. Ein RSS-Feed ermöglicht zudem die automatische Information über Aktualisierungen der Internetseite. Darüber hinaus hat das BfArM über Twitter entsprechende Informationen verbreitet.“ Auch von den Arzneimittelkommissionen der deutschen Ärzteschaft und der Apotheker, von Fachgesellschaften und Krankenkassen würden Informationen bereitgestellt. „Den meist älteren Patienten zu empfehlen, sie sollen sich doch bei Twitter darüber informieren, wie sehr sie mit krebserregenden Stoffen verseucht wurden, ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten“, sagte Schulz-Asche der Zeitung. „Die Bundesregierung lässt die Patienten damit im Stich. Patientensicherheit und Vertrauen in das Gesundheitswesen sind offensichtlich nicht Leitgedanken der Bundesregierung, die das Patienteninteresse scheinbar völlig aus den Augen verloren hat.“ Patienten, die zum Teil über Jahre kontaminierte Mittel eingenommen hätten, müssten darüber informiert werden, welchen gesundheitlichen Gefahren sie ausgesetzt wurden, forderte Schulz-Asche weiter. „Das geht nicht über Twitter.“

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