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24/7 Newsticker
Habeck beklagt „totale Entwertung von Lebensmitteln“

Einkaufsregal in einem Supermarkt, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Einkaufsregal in einem Supermarkt, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Grünen-Parteichef Robert Habeck hat im Zuge der aktuellen Diskussion über das Agrarpaket der Bundesregierung eine „totale Entwertung von Lebensmitteln“ beklagt. Dem Wert der Lebensmittel müsse man „wieder mehr Geltung verschaffen“ und durch eine „neu justierte Marktwirtschaft“ auch gesellschaftliche Güter – Wasser, Boden, Luft, Klima, Tierschutz – am Markt vergüten, sagte der Grünen-Politiker am Montag im Deutschlandfunk. Man brauche einen Anreiz im System, auch Tierschutz und Umweltschutz als Einkommen mitzudenken, und so einen Markt für Umweltdienstleistungen zu schaffen.

„Die Politik ist gefordert, die Rahmenbedingungen zu verändern“, denn „letztlich profitieren wir alle davon, dass wir günstige Lebensmittel haben“, sagte Habeck weiter. „Daraus ergibt sich meiner Ansicht nach auch eine Pflicht, den Landwirten zu helfen.“ Die jüngsten Bauernproteste sieht er in Teilen als gerechtfertigt an. Die Landwirte seien in einer Situation, die wirklich schwierig sei. „Einerseits müssen sie in einem politisch gewollten System arbeiten, das von ihnen verlangt, immer intensiver zu wirtschaften, große Mengen zu billigen Preisen zu produzieren“, denn so wolle es die deutsche Agrarpolitik mit ihrer starken Exportorientierung. „Andererseits weisen immer mehr Menschen darauf hin – und das ist ja auch völlig richtig –, dass die Tiere anders gehalten werden müssen, dass wir Gewässerschutzprobleme haben, Nitrat im Grundwasser finden, Artenrückgang haben durch intensiven Pflanzenschutzmittel- oder Pestizideinsatz“, sagte der Parteichef. „Die Bauern werden quasi gezwungen, Vollgas zu geben.“ Man brauche eine Politik, die „Konsumenten, Tier- und Umweltschützer und Landwirte wieder versöhnt“. Dies müsse aber eine andere Politik als die derzeitige sein, so Habeck. Die Umsetzung sei allerdings kompliziert, da „schon kleine Veränderungen die Leute auf die Barrikade bringen“ und „die Emotionen so schnell zu Ideologien werden“.

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