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24/7 Newsticker
Atomkraftwerk in Japan: Super-GAU in AKW Fukushima (Live Ticker + Archiv)

≡ Inhaltsverzeichnis

Update: Unsere aktuelle Berichterstattung zu Japan finden Sie hier

Ticker Archiv – Atomkatastrophe in Fukushima / Japan

01.04.2011

19:57 Tepco findet Ursache für falsche Messungen

Tepco, der Betreiber des außer Kontrolle geratenen Atomkraftwerks, hat offenbar die Ursache für fehlerhafte Strahlungsmessungen gefunden. Es handele sich um einen Softwarefehler in einem Computer zur Analyse radioaktiver Elemente. Vermutlichen seien zuvor gemeldete Werte für radioaktives Tellurium und Molybdän zu hoch gewesen.

19:45 Keine schnelle Rückkehr in Evakuierungszone

Yukio Edano, der Sprecher der japanischen Regierung hat heute Hoffnungen auf eine schnelle Rückkehr in die Evakuierungszone gedämpft. Die Evakuierung sei langfristig angelegt. In der vergangenen Woche hatten bereits ehemalige Bewohner des Gebiets rund um das AKW Fukushima 1 versucht, in ihre Häuser zurückzukehren. Gerade ältere Menschen versuchen offenbar, den prekären Umständen der Notunterkünfte zu entkommen. Ähnliches war schon in Tschernobyl zu beobachten, wo ältere Menschen trotz Warnungen versuchten, in ihre verstrahlen Gebäude zurückzukehren.

19:10 Langer Kampf gegen die nukleare Katastrophe

Der japanische Ministerpräsident Kan hat die Bevölkerung auf einen langen Kampf gegen die nukleare Krise vorbereitet. Ein Ende der Atomkatastrophe sei noch nicht absehbar. Im Moment sei man immer noch damit beschäftigt, die Lage im havarierten Atomkraftwerk Fukushima 1 zu stabilisieren und eine Eskalation des GAUs zu verhindern. Kan sieht Japan aber gut auf diesen Kampf vorbereitet.

18:40 EON verzichtet angesichts der japanischen Atomkatastrophe auf Klage

EON wird – im Gegensatz zu RWE – auf eine Klage gegen das AKW-Moratorium der Bundesregierung verzichten. Wirtschaftlich sei diese Entscheidung zwar schwer gefallen. Man könne aber nach einer Katastrophe wie in Fukushima nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.

Atomkraftwerke in Japan - Fukushima (Grafik: Sahua | Dreamstime.com)

Atomkraftwerke in Japan – Fukushima (Grafik: Sahua | Dreamstime.com)

15:50 AKW Fukushima 1: Zu wenig Strahlenmessgeräte für Arbeiter

Tepco ist von der japanischen Atomsicherheitsbehörde verwarnt worden. Die Arbeiter, die im Rahmen der Rettungsarbeiten am Atomkraftwerk Fukushima 1 beschäftigt sind, sind nur zureichend mit Dosimetern ausgerüstet. Oft müssen sich – so die Berichte japanischer Medien – mehrere Arbeiter ein Gerät teilen. Dies sei ein unhaltbarer Zustand, der dringend verbessert werden müsse.

Dosimeter werden direkt am Körper getragen und zeichnen die aufgenommenen Strahlung über längere Zeiträume auf. Der Einsatz dieser Geräte gehört in Atomkraftwerken zum Standard.

15:10 Fukushima-Helfer werden in wenigen Wochen sterben

Im Netz häufen sich Berichte von Menschen, deren Angehörige im Kernkraftwerk Fukushima gegen die drohende atomare Katastrophe kämpfen. Der Tenor: Die Männer wüssten, dass Viele von ihnen schon innerhalb weniger Wochen sterben werden. Die Arbeiten – so die Erzählungen – führten zwangsläufig dazu, dass die Rettungskräfte einer tödlichen Strahlendosis ausgesetzt würden.

Offiziell gilt für das AKW Fukushima eine Maximaldosis von 250 Millisievert. Auf diese Höhe wurde der eigentlich für Katastrophenfälle geltende Grenzwert von 100 Millisievert angesichts der dramatischen Lage angehoben. Bei diesem Wert ist eine akute Strahlenkrankheit eher unwahrscheinlich. Krebs- und Herzinfarktrisiko steigen aber drastisch und mit Folgeerkrankungen in den Jahren nach der Strahlenexposition ist zu rechnen.

Es gab bereits vor ein paar Tagen einen Bericht über einen Mitarbeiter der japanischen Atomenergiebehörde, demzufolge der Mann im Rahmen seiner Überwachungstätigkeit bereits einer Gesamtdosis von etwa 800 Millisievert ausgesetzt worden sei.

14:30 Grundwasser doch 10.000-fach verseucht

Erst heute morgen hatte die japanische Atomsicherheitsbehörde einen vom Atomkraftwerksbetreiber Tepco veröffentlichten Messwert für falsch erklärt. Tepco hatte im Grundwasser des Kraftwerks eine um das 10.000-fache erhöhte Strahlung gemessen.

Nun bestätigt Tepco seinen Messwert. Dieser sei erneut überprüft worden und korrekt.

Anm.d.Red.: Wir hatten heute morgen schon gemutmaßt, dass nicht nur Tepco als Verursacher der widersprüchlichen Angaben in Frage kommt. Die japanische Regierung und auch die japanischen Behörden sind seit Wochen bemüht, die Katastrophe zu verharmlosen. So konnte man sich bislang trotz mehrerer internationaler Empfehlungen nicht zur Ausweitung der Evakuierungszone um das havarierte Kraftwerk durchringen.

10:55 Strahlung im Grundwasser: Erneute Verwirrung über Meßwerte

Es wurde bereits heftig kritisiert. Jetzt ist offenbar erneut passiert. Tepco hat sich bei veröffentlichten Strahlenwerten vermessen. Das jedenfalls gab heute die japanische Atomenergiebehörde bekannt.

Tepco – der Betreiber des havarierten Atomkraftwerks Fukushima 1 – hatte gestern mit einer Meldung schockiert, nach der das Grundwasser um das Kraftwerk stark verseucht sei. Der Messwert habe den Normalwert um das 10.000-fache überschritten. Heute fährt die japanische Atomsicherheitsbehörde dem Unternehmen in die Parade und erklärt die Messwerte für falsch. Es sei trotzdem wahrscheinlich, dass das Grundwasser verseucht sei. Einen korrekten Messwert liefert man nicht.

Anm.d.Red.: Dieses Verwirrspiel um Informationen aus dem Kernkraftwerk Fukushima 1 setzt sich schon seit Beginn der Katastrophe fort. Es ist von außen schwer einzuschätzen, wem man glauben schenken kann. Ist Tepco einfach unfähig, korrekte Strahlungswerte zu messen? Oder wird seitens Regierung und Behörden eingegriffen, um zu dramatische Werte vor der Öffentlichkeit zu verschleiern? Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat jedenfalls ihre Konsequenzen aus den widersprüchlichen Angaben gezogen und nimmt seit Tagen eigene Messungen vor Ort vor.

10:20 Japanische Regierung will Rückkehr zur Normalität demonstrieren

Es war ein ungewohntes Bild, als Regierungssprecher Edano heute im dunklen Anzug vor die Presse trat. Bisher kannte man den „Mann der schlechten Nachrichten“ im blauen Overall. Die Message war klar: Ich bin einer von ihnen – der Menschen, die versuchen, das Land vor einer atomaren Katastrophe zu bewahren. Und so soll auch der neue Dress eine klare Botschaft vermitteln. Er sei ein Schritt in Richtung Normalität, mit dem man demonstrieren wolle, dass man auch an die Zukunft nach der Krise denke, verkündete Edano selbst. Diese symbolische Wende verwundert. Hatte man gestern etwa noch das Schreckgespenst einer unkontrollierten Kettenreaktion in den beschädigten Reaktoren an die Wand gemalt

Ganz im Gegensatz zu dieser Geste halten internationale Experten die Situation in Fukushima nach wie vor für kritisch. Auch die Regierung hatte in den vergangenen Tagen stets betont, dass eine Entspannung der Lage nicht in Sicht sei.

9:50 Tepco vor staatlicher Rettung

Die Tokyo Electric Power Company (Tepco) steht möglicherweise kurz vor einer staatlichen Intervention. Das nach dem Reaktorunglück am AKW Fushukushima ins Straucheln geratene Unternehmen erhält vermutlich schon in Kürze eine milliardenschwere staatliche Finanzspritze. Finanzmarktbeobachter gehen aber nicht davon aus, dass der japanische Staat eine Mehrheit an dem Unternehmen anstrebt. Auf Tepco kommen durch die Katastrophe am Atomkraftwerk Fukushima 1 vermutlich hohe Schadenersatzforderungen zu. Die Ratingagentur Moody’s taxiert diese auf bis zu 120 Mrd. Dollar und stufte das Unternehmen heute erneut herab.

31.03.2011

19:55 AKW Fukushima: Grundwasser stark verseucht

Das Grundwasser am havarierten Atomkraftwerk Fukushima 1 ist stark verstrahlt. Das teilte der Betreiber des Kraftwerks, die Tokyo Electric Power Company (Tepco), heute mit. Der gemessene Wert von Jod 131 überschreite den Normalwert um das 10.000-fache. Angaben zu weiteren radioaktiven Stoffen wurden nicht gemacht. Jod gilt aufgrund der geringen Halbwertszeit von nur 8 Tagen als das unproblematischste der Zerfallsprodukte. Radioaktives Cäsium etwa hat eine Halbwertsszeit von rund 20 Jahren, Plutonium gar von rund 24.000 Jahren. Als Quelle der Verseuchung wird der undichte Reaktor 1 des Kraftwerks vermutet, aus dem offenbar stark radioaktives Wasser austritt.

19:30 Radioaktives Cäsium im Rindfleisch

In japanischem Rindfleisch, das aus der Region des Unglücksreaktors Fukushima stammt, wurden stark erhöhte Werte an radioaktivem Cäsium gefunden. Das ist vor allem deshalb bedenklich, weil Cäsium eine – etwa im Vergleich zu Jod – relativ hohe Halbwertzeit von 20 Jahren hat.

19:10 1000 verstrahlte Leichen im Umfeld des Atomkraftwerks

Die japanische Polizei sieht sich mit etwa 1000 Leichen im Umfeld des Kernkraftswerks Fukushima 1 konfrontiert, die so stark verstrahlt sind, dass eine Bergung für die Einsatzkräfte zu gefährlich wäre. Diese Leichen könnten weder verbrannt werden (dann würden radioaktive Partikel in die Luft abgegeben) noch erdbestattet werden (weil dann der Boden kontaminiert würde). Man erwägt nun, die Leichen vor Ort in Spezialfahrzeugen zu dekontaminieren.

18:40 Sarkozy bleibt unbelehrbar

Frankreichs Präsident Sarkozy will auch weiterhin an der Atomenergie festhalten. Sie sei ein wichtiger Bestandteil der Energieversorgung und trüge aktiv zum Klimaschutz bei. Gleichzeitig forderte er aber international einheitliche Sicherheitsstandards für Atomkraftwerke. Frankreich ist – nach den USA – der zweitgrößte Atomenergieproduzent der Welt.

Atomkraftwerke in Japan - Fukushima (Grafik: Sahua | Dreamstime.com)

Atomkraftwerke in Japan – Fukushima (Grafik: Sahua | Dreamstime.com)

16:57 Evakuierungszone wird nicht ausgeweitet

Die Evakuierungszone rund um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima 1 wird nicht ausgeweitet. Die japanischen Behörden sehen eigenen Angaben zufolge derzeit keinen Anlass für eine Ausweitung der Schutzzone. Man prüfe die Maßnahmen aber täglich auf Basis der aktuellen Entwicklungen. Derzeit gilt eine Evakuierungszone von 20 Kilometern um das AWK Fukushima. Innerhalb eines 30 Kilometerradius wird den Menschen empfohlen, freiwillig ihre Häuser zu verlassen.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hatte diese Empfehlung für unzureichend erklärt, nachdem man eigene Messungen der Radioaktivität durchgeführt hatte. Diese ergaben selbst in einer Entfernung von 40 Kilometern noch Strahlungswerte von bis zu 100 Mikrosievert. Menschen, die dauerhaft dieser Strahlung ausgesetzt werden, haben ernsthafte Gesundheitsfolgen zu befürchten. Aus den Erfahrungen mit dem GAU in Tschernobyl weiß man, dass deutliche steigende Krebsraten, vermehrte Leukämie-Fälle und Missbildungen bei den Nachkommen zu erwarten wären. Die Dosis entspricht auf Jahresbasis etwa dem 300- bis 800-fachen der Normaldosis.

Auch die japanische Opposition hat sich bereits mehrfach für eine Ausweitung der Schutzzonen eingesetzt. Gestern gab auch die internationale Atomenergiebehörde IAEO die Empfehlung, die Evakuierungen auszuweiten. Die Messungen der IAEO entsprachen weitestgehend denen von Greenpeace.

16:30 Japan überdenkt Atomstrategie

Das bisher atomfreundliche Japan überdenkt unter dem Eindruck der Reaktorkatastrophe in Fukushima offenbar seine Atompolitik. Ministerpräsident Kan hat heute angekündigt, das havarierte Kraftwerk Fukushima 1 stilllegen zu wollen. Auch die derzeit in Planung befindlichen Reaktoren werden einer erneuten Prüfung unterzogen.

16:10 Spezialmaschinen aus Deutschland unterstützen Rettungsmaßnahmen am AKW Fukushima

Eine weitere deutsche Spezialmaschine wurde heute auf den Weg nach Japan gebracht. Die 62 lange Spezialpumpe der Firma Putzmeister wurde heute in eine Transportmaschine verladen, die das Gerät nach Tokio bringen wird. Dort wird es dem Kraftwerksbetreiber übergeben, damit es die Notkühlung der Reaktoren unterstützen kann.

15:50 Wetter schont Tokio

Die Wetterlage ist heute wieder günstig für Tokio. Der Wind weht Richtung Pazifik und transportiert freigesetzte radioaktive Partikel auf das Meer hinaus. Metereologen gehen davon aus, dass diese Wetterlage bis Sonntag anhält.

11:10 Angst vor atomarer Kettenreaktion wächst

Die japanische Regierung spricht über das Risiko einer unkontrollierten Kettenreaktion als Folge der Kernschmelze in den Reaktoren des havarierten Atomkraftwerks Fukushima 1. Am höchsten sei die Gefahr in Reaktor 1. Hier geht man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon aus, dass eine Kernschmelze eingesetzt hat. Bei den anderen Reaktoren gilt sie als wahrscheinlich. Sollte es zu einer Kettenreaktion kommen, wären extreme Hitze und eine hohe radioaktive Strahlung die Folge. Arbeiter im Kernkraftwerk wären vom akuten Strahlentod bedroht. Eine Explosion der Reaktoren hält man seitens der japanischen Behörden allerdings für unwahrscheinlich.

10:30 Strahlung im Pazifik steigt weiter

Die radioaktive Verseuchung des Pazifik setzt sich auch heute fort. Haben Messungen vor dem AKW Fukushima 1 in der vergangenen Woche bereits Überschreitungen des zulässigen Grenzwerts um das 1500- bis 2000-fache ergeben, war gestern mit dem 3355-fachen ein neuer Rekordwert gemessen worden. Die heutige Messung ergab eine Überschreitung des Grenzwerts um das 4385-fache. Die japanischen Behörden beschwichtigen erneut und sehen keine Gefahr für die menschlichen Gesundheit. Man verweist dabei auf den schnellen Zerfall des freigesetzten radioaktiven Jods. Die Halbwertszeit von Jod 131 beträgt etwas mehr als 8 Tage. Außerdem werde – so die Behörden – in den betroffenen Gebieten derzeit nicht gefischt.

Nach wie vor ist unklar, woher die radioaktiven Substanzen genau stammen. Tepco stellt nur Mutmaßungen darüber an. Das verbrauchten Brennelemente in den Abklingbecken und die Brennstäbe aus den aktiven Reaktoren kämen dafür in Frage.

9:10 Japanische Atomsicherheitsbehörde fordert Ausweitung der Evakuierungen

Auch die japanische Atomsicherheitsbehörde hat sich heute den Forderungen nach einer deutlichen Ausweitung der Evakuierungszone um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima 1 ausgesprochen. Messungen der Umweltschutzorganisation Greenpeace und der internationalen Atomenergiebehörde IAEO hatten in den vergangenen Tagen selbst in einer Entfernung von 40 Kilometern starke Strahlungswerte ergeben. Die gemessene Strahlung von rund 100 Mikrosievert summiert sich innerhalb von 10-24 Stunden auf die natürliche Jahresdosis. Menschen, die dauerhaft derart hoher Radioaktivität ausgesetzt werden, nehmen das 300- bis 800-fache der normalen Jahresdosis auf. Das ist ein Bereich, bei dem mit ernsthaften Schäden für die Gesundheit der Betroffenen zu rechnen ist. Ein stark steigendes Krebsrisiko, die Häufung von Leukämie und Missbildungen bei Föten und Nachkommen sind wahrscheinlich. Greenpeace, die internationale Atomenergiebehörde und die japanische Opposition hatten deshalb schon in den vergangenen Tagen eine Ausweitung der Schutzzone gefordert.

8:50 Regen verhindert Kunstharz-Einsatz

Eigentlich wollte man heute damit beginnen, Trümmer- und Gebäudeteile mit einem Kunstharzgemisch zu besprühen. Die Substanz sollte radioaktive Partikel quasi festkleben und ihre Verteilung über die Luft verhindern. Zusätzlich erwägt man Berichten zufolge die Abdeckung der Reaktorgebäude mit Spezialplanen, um den Austritt von Radioaktivität einzudämmen.

30.03.2011

Japan: Fukushima (Grafik: David Bela | Dreamstime.com)

Japan: Fukushima (Grafik: David Bela | Dreamstime.com)

19:30 Internationale Atomenergiebehörde fordert Ausweitung der Evakuierungszone

Auch die internationale Atomenergiebehörde IAEO fordert jetzt eine Ausweitung der Evakuierungen rund um das havarierte Kraftwerk Fukushima 1. Die Empfehlung basiert auf eigenen Messungen, die man im Umfeld des Kraftwerks durchgeführt habe. Diese deuten daraufhin, dass auch in einer Entfernung von 40 Kilometern Strahlungswerte vorherrschen, die die Richtlinien der IAEO für Evakuierungen überschreiten.

Zuvor hatten schon die Umweltorganisation Greenpeace und die japanische Opposition eine Ausweitung der Schutzone gefordert. Allein bei einer Ausweitung von derzeit 20 Kilometern auf 30 Kilometer müssten über 100.000 Menschen evakuiert werden. Jetzt ist ein Evakuierungsradius von 40 Kilometern im Gespräch.

18:40 Erneut drei Arbeiter verseucht

Für Beunruhigung unter den Arbeitern im AKW Fukushima hatte ein Vorfall gesorgt, bei dem drei Mitarbeiter verstrahlt wurden. Die Arbeiter hatten versucht, in vermeintlich wasserfesten Anzügen eine Pumpe zu installieren. Nach Abschluss der Arbeiten waren sie dann allerdings vollständig durchnässt. Die japanische Atomsicherheitsbehörde konnte bereits kurz darauf beruhigen. Man habe bei den betroffenen Arbeitern keine Strahlung messen können.

18:30 Planen sollen Reaktor abdecken

Zusätzlich zu der für Donnerstag geplanten Maßnahme, in deren Rahmen Trümmer- und Gebäudeteile mit einer Kunstharzmischung besprüht werden sollen, um eine Verteilung von radioaktiven Partikeln durch die Luft zu verhindern, will man offenbar die Reaktorgebäude mit Spezialplanen abdecken. Die Planen, zu denen bisher keine Details bekannt sind, sollen die radioaktive Strahlung in der Umgebung senken.

17:50 Tepco nimmt endlich internationale Hilfe an

Während der Kraftwerksbetreiber anfangs internationale Hilfsangebote abgelehnt hat und versuchte, die Krise selbst zu bewältigen, kommt jetzt immer mehr internationale Hilfe zum Einsatz. So stehen amerikanische Spezialroboter, die auch bei hohen Strahlungswerten operieren können, zur Verfügung. Auch ein französisches Expertenteam ist inzwischen in Japan eingetroffen und wird Tepco beratend zur Seite stehen. Mit Deutschland wird über mögliche technische Hilfe in Form von Spezialequipment verhandelt.

Japan: Fukushima (Grafik: David Bela | Dreamstime.com)

Japan: Fukushima (Grafik: David Bela | Dreamstime.com)

16:18 Rauch über Atomkraftwerk Fukushima 2

Auch über dem rund zehn Kilometer vom Krisenkraftwerk Fukushima 1 entfernten AKW Fukushima 2 stieg heute Rauch auf. Dieses Kernkraftwerk wird ebenfalls von Tepco betrieben. Angeblich sei die Ursache der Rauchentwicklung bereits gefunden und behoben. Der Rauch sei auf einen Defekt in einer Stromverteilereinheit zurückzuführen. Das Kraftwerk sei – so Tepco – aber unter Kontrolle und stelle keine Gefahr dar.

15:30 Japan erwägt Ausweitung der Evakuierungszone um AKW Fukushima

Seit Tagen fordern internationale Experten und die japanische Opposition die Ausweitung der Schutzzone um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima 1. Inzwischen denkt offenbar auch die Regierung über diesen Schritt nach. Gestern hatte man eine größere Evakuierung noch für unnötig erklärt. Eine Ausweitung des Evakuierungsradius auf die zuvor diskutierten 30 Kilometer würde die Evakuierung von weiteren 130.000 Menschen bedeuten.

Ob das ausreicht, darf bezweifelt werden. Erst heute hatte die Umweltschutzorganisation das Ergebnis eigener Messungen präsentiert. In 30 Kilometer Entfernung zum Krisenreaktor betrug die Strahlung noch 100 Mikrosievert pro Stunde. Die daraus resultierende Jahresdosis (ca. 900 Millisievert) liegt bei dem 300- bis 800-fachen der natürlichen Strahlung. Bei einer solchen Strahlenbelastung sind schwere Gesundheitsschäden wahrscheinlich. Selbst die bereits angehobenen Grenzwerte für die Rettungskräfte in Fukushima sehen nur 250 Millisievert vor.

Greenpeace hatte deshalb auch die Regierung aufgefordert, die Menschen um das Kraftwerk in Sicherheit zu bringen. Bislang gilt um Fukushima eine 20-Kilometer-Zone. Innerhalb eines 30-Kilometer-Radius wird die freiwillige Evakuierung empfohlen.

15:15 Wind dreht Richtung Tokio

Der Wind in Fukushima hat – wie befürchtet – Richtung Tokio gedreht. Damit werden radioaktive Partikel auch nach Tokio transportiert. Experten rechnen damit, dass die Stoffe Tokio in der Nacht zum Donnerstag erreichen. Diese Wetterlage soll aber nur wenige Stunden anhalten, bis die Winde wieder Richtung Pazifik drehen.

14:00 Kunstharz gegen Radioaktivität

Die japanische Regierung plant offenbar ab Donnerstag ein Kunstharzgemisch gegen die Radioaktivität auf dem Gelände des Kraftwerks Fukushima 1 einzusetzen. Man wolle damit Gebäude- und Trümmerteile besprühen. Das solle die radioaktiven Partikel versiegeln und verhindern, dass sie durch die Luft transportiert werden.

10:32 Greenpeace misst erschreckend hohe Radioaktivität

Die Umweltorganisation Greenpeace hatte schon zum Wochenwechsel angekündigt, der Verstrahlung durch das havarierte Atomkraftwerk Fukushima mit eigenen Messungen auf den Grund gehen zu wollen. Zu widersprüchlich seien die Angaben des Kraftwerksbetreibers Tepco, als dass man darauf vertraue. So hatte Tepco mehrfach Messwerte gemeldet, die man anschließend korrigieren musste. Beobachter werten das als Zeichen der Kopflosigkeit, mit der das Unternehmen die Krise zu managen versuche.

Die Greenpeace-Messungen ergaben in einer Entfernung von 30 Kilometern zum Kraftwerk einen Wert von 100 Mikrosievert. Ein Mensch, der sich in dieser Region aufhält, nimmt innerhalb von 10-24 Stunden die jährliche Normaldosis in Strahlung auf. Sollte die Strahlung über einen längeren Zeitraum so hoch bleiben, erreicht die Jahresdosis an der Messstelle rund 900 Millisievert. Das ist das ein Wert, bei dem deutliche Gesundheitsschäden zu erwarten sind. Mitarbeiter in Kernkraftwerken etwa dürfen im Havariefall einer Höchstdosis von 100 Millisievert ausgesetzt werden. Für die japanischen Rettungskräfte in Fukushima hat man diesen Wert auf 250 Millisievert angehoben.

Greenpeace fordert erneut eine Ausweitung der Evakuierungszone. Die Regierung zeigt sich davon aber bislang unbeeindruckt und setzt weiterhin auf die 20-km-Zone und die Empfehlung, den 30 Kilometer-Radius freiwillig zu verlassen.

9:10 Tepco Chef im Krankenhaus

Der Chef der Betreibergesellschaft Tepco verabschiedet sich zunächst aus dem Geschehen rund um die Krisenreaktor. Shimizu wurde wegen Blutdruck-Problemen und Schwindelgefühlen in ein Krankenhaus eingeliefert. Ob und wann er seine Arbeit fortsetzen kann, ist unklar. Vorübergehend übernimmt der Chef des Verwaltungsrates seine Aufgaben. Schon in den vergangenen Tagen gab es Spekulationen über Shimizus Gesundheitszustand. Offenbar musste sich der Tepco-Vorstand bereits eine mehrtägige Auszeit nehmen, weil er unter einem akuten Erschöpfungszustand litt.

8:40 Sorge um das Wetter

Wie gestern bereits berichtet, wird der Wind heute voraussichtlich drehen und radioaktive Artikel aus dem AKW Fukushima nach Tokio tragen. Metereologen gehen aber davon aus, dass der Wind bereits am Donnerstag wieder Richtung Pazifik drehen könnte und – wie schon in den vergangenen zwei Wochen – einen Großteil des strahlenden Materials auf den Pazifik hinaus transportiert.

7:20 Noch mehr Strahlung im Meer

Die Messwerte der japanischen Atomsicherheitsbehörde im Pazifik sind weiter angestiegen. Sie überschreiten den zulässigen Messwert jetzt bereits um rund das 3300-fache. Vor wenigen Tagen betrug die Überschreitung noch weniger als das 2000-fache. Anlass zu gesundheitlichen Bedenken sieht die Behörde allerdings trotzdem nicht. Man verweist auf die relativ kurze Halbwertszeit des gefundenen radioaktiven Jods. Das sorge – so die Behörde – dafür, dass Strahlung in Fisch, der in die Nahrungskette gelange, schon deutlich reduziert sei. Außerdem habe man die Region evakuiert, so dass dort derzeit kein Fischfang stattfinde.

29.03.2011

19:10 Kernschmelze in allen drei Reaktoren

Es wird zur traurigen Gewissheit, was Experten schon seit Tagen vermutet hatten. Die Kernschmelze hat in allen drei Reaktoren des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima 1 eingesetzt. Das bestätigte die japanische Atomaufsicht heute.

Vermutlich stamme das Plutonium, das man im Umfeld des Kraftwerks gefunden habe aus Reaktor 3. Dort wurden sogenannte MOX-Brennstäbe eingesetzt, die die Energieeffizienz des AKWs erhöhen sollen und das hoch-toxische Plutonium enthalten.

18:30 Berichte über prekäre Arbeitsbedingungen im Atomkraftwerk

Japanische Medien berichten heute erstmals ausführlich über die prekären Arbeitsbedingungen des Rettungsteams. Die bis zu 600 Arbeiter seien nur unzureichend mit Nahrung und Trinkwasser versorgt. Man verpflege sich hauptsächlich aus Notrationen. Die Zahl der Mahlzeiten pro Tag sei auf zwei begrenzt. Nachts schlafe man in Fluren und Büros der Verwaltungsgebäude. Um sich vor der Strahlung zu schützen, wickeln sich die Arbeiter in bleihaltige Decken ein. Doch auch davon stünden nicht genügend zur Verfügung, so dass einige der Retter im Stehen schlafen, um nicht der Radioaktivität aus dem Boden ausgesetzt zu sein. Man bemühe sich um eine Verbesserung der Situation. So konnten inzwischen die Wasserrationen erhöht werden. Nach wie vor sei die Versorgung im Katastrophengebiet aber schwierig.

17:10 Japan will auf erneuerbare Energien setzen

Auch in Japan setzt offenbar ein Umdenken in Bezug auf die Kernkraft ein. Das atomfreundliche Land wolle sich den alternativen Energien zuwenden, wird Ministerpräsident Kan heute zitiert. Man wolle die Lehren aus der atomaren Katastrophe ziehen und verstärkt auf Solarenergie und Biomasse setzen.

Foodwatch kritisiert Anhebung der Grenzwerte für Lebensmittel

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hat die Anhebung der EU-Grenzwerte für Radioaktivität in Lebensmitteln kritisiert. Auch in der derzeitigen Situation sei derartige Intransparenz nicht akzeptabel. Man sehe allerdings bisher auch keine große Gesundheitsgefahr für die deutsche Bevölkerung.

Am Wochenende waren die Grenzwerte für Lebensmittel in der EU angehoben worden. Die Regelung stammt aus der Zeit des Tschernobyl-GAUs und tritt bei atomaren Notfällen in Kraft.

Die Lage am havarierten AKW Fukushima 1 verschärft sich weiter. Neben dem Austritt von Plutonium gilt inzwischen als sicher, dass es in mindestens zwei Reaktoren der Anlage zur Kernschmelze gekommen ist. Auch die Reaktorhüllen sind mir hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr intakt. Damit bestätigt die japanische Atomaufsicht, was internationale Experten seit Tagen gemutmaßt haben. Neue Probleme gibt es beim Abpumpen des verseuchten Wassers aus den Gebäuden. Es fehlt an Spezialbehältern, die das Wasser aufnehmen können. Im japanischen Parlament formiert sich die Opposition und fordert eine Ausweitung der Evakuierungszone. Ab Mittwoch ändert sich leider auch die für Tokio bisher günstige Wetterlage.

15:46 Kernschmelze und zerstörte Schutzhüllen bei zwei Reaktoren

Die häppchenweise Einräumung eines Super-GAUs setzt sich fort. Heute hat auch die japanische Atomaufsicht, die mit ihrem Lagebeurteilungen stets hinter den Einschätzungen internationaler Atomexperten zurückliegt, eingeräumt, dass es offenbar in zwei Reaktoren des havarierten Atomkraftwerks Fukushima 1 zur Kernschmelze gekommen ist. Auch gehe man inzwischen davon aus, dass die Schutzhüllen der Reaktoren nicht mehr vollständig intakt seien. Internationale Wissenschafter waren sich – aufgrund der hohen Strahlungswerte – schon seit Tagen sicher, dass es zur Kernschmelze gekommen sei und Radioaktivität aus den Reaktoren in die Umwelt freigesetzt werde.

15:00 Wind trägt Radioaktivität nach Tokio

Schlechte Nachrichten gibt es von den Meteorologen. Für Mittwoch wird ein Wechsel der Windrichtung erwartet. Die Winde, die dann in Richtung Tokio wehen, werden vermutlich radioaktives Material in die Millionen-Metropole tragen. In den vergangenen zwei Wochen hat die Wetterlage stets dafür gesorgt, dass der Großteil der radioaktiven Partikel in Richtung Osten auf den Pazifik hinaus transportiert wurde.

Spezialbehälter für radioaktives Wasser fehlen

In den letzten Tagen lag der Schwerpunkt der Rettungsarbeiten auf dem Abpumpen von hoch-radioaktivem Wasser, das sich in den Reaktorgebäuden angesammelt hatte. Nun fehlt es offenbar an Spezialbehältern, in die das verseuchte Wasser gepumpt werden kann.

Schon mehrmals wurde kritisiert, dass sich der Betreiber der Anlage nur unzureichend um internationale Hilfe bemühe, um Engpässe bei Know How, Personal und Ausrüstung auszugleichen.

Das Abpumpen des Wassers ist eine notwendige Voraussetzung, um die Arbeiten an der Wiederherstellung der Reaktoren fortsetzen zu können. Ein Teil des verseuchten Wassers konnte bereits erfolgreich aus der Anlage geleitet werden.

Opposition: Schutzzone muss ausgeweitet werden

Die Opposition im japanischen Parlament hat ihre Forderungen erneuert, die Evakuierungszone um das Kraftwerk Fukushima 1 auszuweiten. In den vergangenen Tagen hatten schon mehrere Atomenergieexperten und Umweltschutzorganisationen ähnliche Forderungen gestellt.

Wir schreiben heute Tag 17 seit Beginn der Atomkatastrophe und noch immer ist keine Entspannung der Lage in Sicht. Noch immer sind die Rettungskräfte damit beschäftigt, hoch-radioaktives Wasser aus den Gebäuden des havarierten Atomkraftwerks Fukushima 1 zu pumpen. Das ist die zwingende Voraussetzung, um die Arbeiten an der Wiederherstellung der dauerhaften Kühlfunktion des Kraftwerks fortsetzen zu können. Es wird darüber berichtet, dass weiterhin Plutonium in den Boden sickere und diesen stark verseuche. Die japanische Börse reagierte auf diese Nachrichten erneut mit Kursverlusten.

10:30 Hat Besuch des Ministerpräsidenten Rettungsmaßnahmen verhindert?

In Japan wurde Kritik an Ministerpräsident Kan laut. Er habe durch seinen Besuch am Kernkraftwerk Fukushima die Rettungsarbeiten behindert. Konkret haben die Rettungskräfte auf das Ablassen von Druck aus einem der Reaktoren verzichtet, solange Kan auf dem Gelände war. Kan selbst wiegelt ab. Er hält den Besuch auf dem Kraftwerksgelände für unerlässlich für seine spätere Entscheidungsfindung.

9:00 Hohe Strahlenbelastung der Beobachter

In einem TV-Interview äußerte sich gestern ein Beobachter der japanischen Atomenergiebehörde. Der Mann sei im AKW Fukushima 1 eingesetzt, um die Rettungsarbeiten zu unterstützen. Er selbst gehe davon aus, dass er im Laufe der vergangenen zwei Wochen eine Strahlendosis von rund 800 Millisievert aufgenommen habe. Man schlafe nachts auf dem Kraftwerksgelände auf Bleiplatten, um sich vor der Strahlung zu schützen.

Ab einem Wert von 500 Millisievert können Symptome der Strahlenkrankheit auftreten. Bei einer Bestrahlung von mehr als 1.000 Milisievert sterben bereits 10 Prozent der Menschen innerhalb von 30 Tagen. Allerdings gelten diese Werte bei Erreichen der Strahlendosis über einen sehr kurzen Zeitraum. Der zulässige Grenzwert für Rettungsarbeiten in Kernkraftwerken beträgt eigentlich 100 Millisievert. Angesichts der dramatische Lage in Fukushima hat man diesen Wert in Japan allerdings schon vor zwei Wochen auf 250 Millisievert angehoben. Auch unterhalb von 500 Millisievert treten gesundheitliche Risiken – wie ein stark erhöhtes Krebsrisiko – auf.

8:00 Japan erwägt Verstaatlichung von Tepco

Die japanische Regierung erwägt offenbar eine Verstaatlichung des Atomkraftwerkbetreibers Tepco. Hintergrund seien die hohen zu erwartenden Schadenersatzzahlungen an die Bevölkerung, die Tepco vermutlich nicht aus eigener Kraft stemmen könne.

28.03.2011

Japan: Fukushima (Grafik: David Bela | Dreamstime.com)

Japan: Fukushima (Grafik: David Bela | Dreamstime.com)

Auch an Tag 16 der atomaren Katastrophe im japanischen Fukushima verschlechtert sich die Lage weiter. Entgegen ursprünglichen Beteuerungen des Kraftwerksbetreibers Tepco gerät die Lage am havarierten Atomkraftwerke immer mehr außer Kontrolle. Hatte man in den vergangenen Tagen schon mit hoch-radioaktivem Wasser in den Reaktorgebäuden zu kämpfen, sind nun auch im Ableitungssystem Richtung Pazifik extrem hohe Strahlungswerte im Wasser gemessen worden. Das Wasser ist so verseucht (1.000 Millisievert), dass schon ein kurzer Aufenthalt darin zur akuten Lebensgefahr wird.

17:59 Plutonium im Boden gefunden

Eine Analyse von Bodenproben, die man vor etwa einer Woche gefunden hat, weisen laut Tepco Spuren von Plutonium auf. Die Kraftwerksbetreiber bleibt auch hier konkrete Messergebnisse schuldig. Das wurde bereits mehrfach von seiten der Experten, Medien und Umweltschutzorganisationen kritisiert. Greenpeace nimmt inzwischen gar eigene Messungen zur Einschätzung der Umweltschäden vor, da man den „offiziellen“ Angaben kein Vertrauen mehr schenkt.

Tepco zufolge stammt das Plutonium aus den Brennstäben des Kraftwerks und wurde vermutlich durch das Erdbeben und den Tsunami freigesetzt, der die japanische Küste vor rund zwei Wochen heimsuchte.

In Reaktor 3 des Kraftwerks werden sogenannte MOX-Brennstäbe verwendet, die neben Uran das ungleich gefährlichere Plutonium enthalten. Plutonium hat eine extrem lange Halbwertszeit von etwa 24.000 Jahren und kann daher große Gebiete über lange Zeiträume unbewohnbar machen. Tepco bezeichnete die gefundenen Mengen in einer ersten Stellungnahme allerdings erneut als „gesundheitlich unbedenklich“.

15:50 Explosionen im Atomkraftwerk hätten verhindert werden können

Laut einem Bericht des Onlineangebots der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hätten die Wasserstoff-Explosionen im AKW Fukushima verhindert werden können. Das Magazin berichtet, dass eine deutsche Firma den Japanern eine Wasserstoff-Vernichtungsanlage angeboten habe, die in Havariefällen austretenden Sauerstoff unschädlich macht. Tepco habe sich damals aber gegen die Anschaffung einer solchen Anlage entschieden.

14:40 Stark radioaktives Wasser außerhalb des Reaktors

Schon heute morgen hat der Reaktor 2 des havarierten Atomkraftwerks in Fukushima für schlechte Nachrichten gesorgt. Die Regierung geht inzwischen davon aus, dass sich in dem Reaktor eine – zumindest teilweise – Kernschmelze entwickelt hat. Nun ist erstmals außerhalb des Reaktors stark radioaktives Wasser gefunden wurden. Die Messungen in den Kontrollschächten des Ableitungssystems ergaben Werte von rund 1000 Millisievert pro Stunde. Das entspricht ziemlich exakt dem 10-millionen-fachen der natürlichen Strahlung, also eben diesem Messwert, den der Kraftwerksbetreiber gestern zunächst gemeldet und anschließend wieder dementiert hatte.

Zwar will Tepco noch „prüfen“, ob dieses Wasser in Kontakt mit dem Meerwasser des Pazifik gekommen sei. In Anbetracht der Informationsweitergabe Tepcos, die immer einige Zeit hinter den tatsächlichen Ereignissen hinterher zu hinken scheint und meist deutlich harmloser als das wirkliche Ausmaß der Entwicklungen ausfällt, ist davon auszugehen, dass hoch-verseuchtes Wasser direkt in den Pazifik eingeleitet wurde. Die Messpunkte befinden jedenfalls nur wenige Meter von Meer entfernt.

13:10 Atomexperte fordert eingreifen des UN-Sicherheitsrats

Dr. Najmedin Meshkati – ein anerkannter Atomwissenschaftler der Universität von Südkalifornien – hat unterdessen ein Eingreifen der internationalen Staatengemeinde gefordert. Die atomare Katastrophe in Japan sei so gravierend, dass sie das Land nicht alleine stemmen könne. Ein Mandat des UN-Sicherheitsrates sei angesichts der Entwicklungen wichtiger als das für Libyen.

12:15 Einwohner ignorieren Sperrzone um AKW Fukushima

Ungeachtet der Warnungen der Regierung kehren offenbar gerade ältere Bewohner in die Gebiete um den Unglücksreaktor zurück. Das berichten japanische Medien. Dabei hatte die Umweltschutzorganisation Greenpeace erst mit eigenen Messungen die Gefährlichkeit der Strahlung bestätigt und angesichts der hohen Radioaktivität eine Ausweitung der Schutzzone gefordert. Die „Rückwanderungen“ erfolgen den Berichten zufolge vor allem deshalb, weil man den prekären Umständen der Notunterkünfte entkommen wolle.

AKW Fukushima: Regierung bestätigt Kernschmelze

Lange wurde gezweifelt, dementiert und gemutmaßt. Jetzt ist es amtlich – in Reaktor 2 des havarierten Atomkraftwerks Fukushima 1 ist offenbar die Kernschmelze eingetreten. Das räumte heute Regierungssprecher Edano ein.

Eine Kernschmelze entsteht in abgeschalteten Reaktoren – wie denen in Fukushima – dann, wenn die Reaktoren unzureichend gekühlt werden. Auch nach der Abschaltung setzen die Brennstäbe große Wärmemengen frei. (die sog. Nachzerfallswärme) Ungekühlt führt diese Wärmeentwicklung zum Schmelzen der Brennstäbe. Die Gefahr dabei: Geschmolzene Brennstäbe können sich durch den Druckbehälter „fressen“, in den Boden und das Grundwasser eindringen und so zu einer hochgradigen Verseuchung großer Areale führen. Auch eine Explosion des Druckbehälters und eine Freisetzung großer Mengen radioaktiven Materials über die Luft, ist im Falle einer Kernschmelze nicht unwahrscheinlich.

Radioaktives Wasser im Fokus

Das radioaktive Wasser in den Gebäuden des Atomkraftwerks Fukushima 1 steht weiterhin im Schwerpunkt der Rettungsmaßnahmen. Das Abpumpen des stark verseuchten Wassers ist zwingende Voraussetzung für die Fortsetzung der Kühlarbeiten. Am Donnerstag wurden bereits drei Mitarbeiter durch dieses Wasser so stark verstrahlt, dass sie die Arbeiten nicht fortsetzen konnten und sich in ärztliche Behandlung begeben mussten.

Regierung kritisiert Tepco

Die japanische Regierung hat die Betreibergesellschaft des außer Kontrolle geratenen Atomkraftwerks Fukushima 1 für seine Informationspolitik kritisiert. Vorgänge wie am Vortag dürften sich einfach nicht wiederholen, mahnte ein Regierungssprecher. Tepco hatte mit der Veröffentlichung von Messwerten, die den Normalwert um das 10-millionen-fache überschritten, für Aufregung gesorgt und diese Messwerte später mit fadenscheiniger Begründung revidiert. Der korrekte Messwert lag laut Tepco bei etwa dem Zehntausendfachen des Normalwerts.

Die zunächst gemessene Strahlung von 1000 Millisievert hätte bedeutet, dass Menschen innerhalb weniger Stunden so stark verstrahlt werden, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit innerhalb der nächsten Wochen daran sterben. Mit Symptomen der sog. Strahlenkrankheit ist aber bereits ab einer Dosis von etwa 500 Millisievert zu rechnen. Das entspräche einer Strahlenexposition von einer halben Stunde.

27.03.2011

Zum Thema:
Auswirkungen der Strahlung in Deutschland

16:55 Tepco unsicher über Höhe der Radioaktivität

Hatte der Betreiber des havarierten Atomkraftwerks Fukushima 1 noch am Morgen des heutigen Tages mit Messwerten aus dem Reaktor 2 für Aufregung gesorgt, ist man sich jetzt offenbar nicht mehr sicher, ob die Messwerte tatsächlich korrekt sind. Gemeldet wurde zunächst, dass die Strahlung in dem Reaktor das 10-millionen-fache des zulässigen Grenzwertes erreicht. Diese Angaben dementiert Tepco nun und verweist auf eventuelle Berechnungsfehler. Die Messung sei aufgrund ihrer Höhe „unglaubwürdig“. Einen korrekten Messwert oder eine genaue Begründung der mutmaßlichen Fehlmessung liefert Tepco allerdings nicht. (Anm.d.Red.: Das Dementi der eigenen Messung klingt ein wenig nach „Es kann nicht sein, was nicht sein darf.“)

Sollte der zunächst gemeldete Messwert stimmen, hätte die Verseuchung ein Maß erreicht, das weitere Rettungsmaßnahmen unmöglich macht. Innerhalb einer Viertelstunde würden Arbeiter die zulässige Strahlungbelastung für ein ganzes Jahr aufnehmen. Dabei hatte man diesen Grenzwert bereits von 100 Millisievert auf 250 Millisievert angehoben, um der Extremsituation in Fukushima Rechnung zu tragen.

Ab Belastungen von 500 Millisiervert (entspräche einer halben Stunde) ist mit Symptomen der Strahlenkrankheit zu rechnen. Langfristige Gesundheitsschäden – wie etwa ein stark erhöhtes Krebsrisiko – treten schon weit unterhalb dieser Schwelle auf.

16:00 In Japan regt sich seichter Protest gegen Atomkraftwerke

Auch in Japan regt sich seichter Protest gegen die Atomkraft. Während gestern in Deutschland hunderttausende Menschen auf die Straße gingen, um gegen die friedliche Nutzung der Kernkraft zu demonstrieren, waren es in Japan allerdings nur wenige Hundert. Die Aufrufe glichen denen in Deutschland. Man forderte den Ausstieg aus der Atomenergie. In Tokio versammelte man sich auch vor dem Sitz der Betreibergesellschaft Tepco, die das havarierte Kraftwerk in Fukushima betrieben hat.

Japan war bislang ein sehr atom- und technolgiefreundliches Land. Die Entscheidung für die Nutzung der Atomenergie wurde bislang nicht in Frage gestellt. Eine Anti-Atom-Bewegung – wie etwa in Deutschland – gab es nicht.

Unzufriedenheit regt sich aber in Bezug auf die Informationspolitik der japanischen Regierung. In Umfragen signalisierten die Japaner, dass sie sich nur unzureichend über die Vorgänge in Fukushima informiert fühlen. Vor allem das Ausmaß der Katastrophe wird aus Sicht der Befragten nur häppchenweise präsentiert.

Atomkraftwerke in Japan - Fukushima (Grafik: Sahua | Dreamstime.com)

Atomkraftwerke in Japan – Fukushima (Grafik: Sahua | Dreamstime.com)

12:35 Strahlung erreicht extreme Werte

Die Strahlung in Reaktor 2 des havarierten Atomkraftwerks Fukushima 1 erreichte in den frühen Morgenstunden extreme Werte. Die Verseuchung des Wassers im Reaktor lag bei etwa dem zehn-millionenfachen des Normalwerts. Ein so extremer Strahlungswert von rund 1000 Milisievert pro Stunde ist innerhalb kurzer Zeit für Menschen tödlich. Sind Menschen dieser Strahlung eine Stunde ausgesetzt, leiden sie unter der Strahlenkrankheit. Innerhalb von 30 Tagen sterben 10 Prozent von ihnen. Hält eine Strahlenbelastung in dieser Höhe 3 oder 4 Stunden an, bedeutet das den sicheren Tod für 50 Prozent der Menschen innerhalb eines Monats.

Aufgrund der hohen Radioaktivität wurden die Arbeiter in Sicherheit gebracht. Der Kraftwerksbetreiber Tepco ist aber zuversichtlich, die Arbeiten bald fortsetzen zu können. Man verwies dabei auf die kurze Halbwertszeit von radioaktivem Jod, die zu einem Zerfall innerhalb eines Tages führen würde. Allerdings wurden auch sehr hohe Werte an aktivem Cäsium gemessen, das deutlich längere Halbwertszeiten hat. (ca. 30 Jahre)

10:10 Radioaktivität im Pazifik steigt weiter

Die Verseuchung des Pazifik durch radioaktive Substanzen aus Fukushima 1 hat erneut zugenommen. War gestern noch eine Überschreitung des Grenzwertes um das 1250-fache gemessen worden, erreichte der Wert heute bereits das 1850-fache des zulässigen Höchstwerts.

9:30 Kommunkationsprobleme trug zu Verstrahlung der Tepco-Mitarbeiter bei

Während die Betreiberfirma Tepco in der vergangenen Woche die Schuld für die Verstrahlung dreier Mitarbeiter zunächst bei den Helfern selbst unterstellt hatte, rudert man nun offenbar zurück. Obwohl man seitens des Betreibers wusste, dass das Wasser in der Anlage stark verstrahlt war, hat man die eingesetzten Mitarbeiter offenbar nicht ausreichend darüber informiert. Der Unfall wäre vermutlich zu verhindern gewesen, wenn die Kommunikation reibungslos funktioniert hätte.

8:00 IAEO steht Notfallsituation über Wochen oder Monate

Auch die internationale Atomenergiebehörde IAEO hat heute Hoffnungen auf eine schnelle Lösung der Probleme im Kraftwerk Fukushima 1 einen Dämpfer verpasst. Im Moment sei die Lage weiterhin unübersichtlich. Man habe weder gesicherte Erkenntnisse darüber, ob die Brennstäbe im Abklingbecken ausreichend mit Wasser bedeckt seien, noch ob die Reaktorhüllen der drei aktiven Reaktoren intakt seien. Man gehe seitens der IAEO davon aus, dass sich die Notfallsituation noch über Wochen oder gar Monaten hinziehe.

26.03.2011 Atomkraftwerk Fukushima: Die Aktuelle Lage in der Kurzfassung

Auch an Tag 14 der Atomkatastrophe ist noch keine Entspannung der Lage in Sicht. Noch immer konnte keine normale Kühlung der Reaktoren sichergestellt werden. Die Reaktoren werden weiterhin von außen notgekühlt. Zwei der Reaktoren erreicht man inzwischen aber immerhin mit Süßwasser. Derzeit sind die Teams des Kraftwerks vor allem damit beschäftigt, radioaktives Wasser, dass die Rettungsarbeiten behindert, aus den Reaktorgebäuden zu pumpen. Als herber Rückschlag dürfte eine Messung im Pazifik gelten, die heute eine Radioaktivität ergeben hat, die den zulässigen Grenzwert um das 1250! fache überschreitet. Die japanische Regierung sieht zwar auch darin keine Gefahr für Fische und Meeresbewohner. Internationale Experten und Unweltschutzorganisationen melden daran allerdings erhebliche Zweifel an. Greenpeace will gar mit eigenen Messungen den Umweltschäden auf den Grund gehen. Klar ist, dass die Atomkatastrophe Japan noch lange Zeit beschäftigen wird. Es herrscht Einigkeit darüber, dass es keine schnelle Lösung für die außer Kontrolle geratenen Reaktoren geben wird.

20:00 Japanische Häfen – Angst vor Strahlung

Die japanischen Häfen bekommen die internationale Angst vor Radioaktivität zu spüren. Mehrere Redereien laufen die Häfen von Tokio und Yokohama nicht mehr an. Das berichtete die New York Times heute.

Die Furcht vor Konsumzurückhaltung im Ausland belastet die Wirtschaftsstimmung in Japan. Es ist jetzt schon zu erkennen, dass zahlreiche Länder ihre Importbeschränkungen längere Zeit aufrecht erhalten werden. Zudem sind auch die Konsumenten im Ausland skeptisch, was die Sicherheit japanischer Waren angeht.

19:30 Strahlende Partikel erreichen Frankreich

Auch in Frankreich hat man inzwischen radioaktive Partikel, die vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima stammen, gemessen. Die Erfassung erfolgte mit hoch-sensiblen Messgeräten, die zur Überwachung des internationalen Atomwaffenabkommen installiert wurden. Die Strahlendosen seien so gering, dass sie von den normalen Messstationen, die über das Land verteilt sind, nicht zu erfassen waren. Eine Gesundheitsgefahr für die französische Bevölkerung kann daher praktisch ausgeschlossen werden.

Atomkraftwerke in Japan - Fukushima (Grafik: Sahua | Dreamstime.com)

Atomkraftwerke in Japan – Fukushima (Grafik: Sahua | Dreamstime.com)

14:47 Japans Regierung: Kein Anlass zur Entwarnung

Japans Regierung sieht noch keinen Anlass, Optimismus in Bezug auf die Atomkatastrophe in Fukushima zu verbreiten. Im Moment freue man sich schon, wenn es gelänge, dass sich die Lage an den havarierten Reaktoren nicht weiter verschlimmere. Der Regierungssprecher bremste die Hoffnungen auf eine schnelle Lösung der Krise. Das Atomkraftwerk Fukushima werde Japan noch lange beschäftigen.

Der Unglücksreaktor „feiert“ heute übrigens ein unrühmliches Jubiläum. Seit 40 Jahren ist Reaktor 1 jetzt am Stromnetz. Die Betreiberfirma Tepco teilte erneut ihr Bedauern über die Entwicklung im Kraftwerk mit.

12:30 Trinkwasser verseucht, Wetter weiter günstig für Tokio

Auch heute ist das Wetter den Einwohnern von Tokio wieder hold. Freigesetzte radioaktive Partikel des havarierten Atomkraftwerks Fukushima 1 werden – wie schon in den Tage zuvor – primär auf den Pazifik hinaus transportiert. Metereologen gehen davon aus, dass sich diese Wetterlage bis zum Start der neuen Woche fortsetzt. Die Strahlungbelastung in Tokio dürfte damit weitaus geringer ausfallen, als sie bei Winden in Richtung der Metropole zu erwarten wäre.

Das Trinkwasser in der japanischen Hauptstadt Tokio weist inzwischen ein hohes Niveau von Radioaktivität auf. Die Werte lägen um 100% über dem zulässigen Grenzwert für Babynahrung. Die Behörden hatten schon in der vergangenen Woche davon abgeraten, Trinkwasser für die Versorgungen von Säuglingen und Kleinkindern einzusetzen. Für Kinder ist radioaktive Strahlung besonders gefährlich, weil sich ihre Körperzellen noch deutlich schneller erneuern, als das bei Erwachsenen der Fall ist.

11:33 Pazifik stark verstrahlt

Die durch das Atomkraftwerk Fukushima 1 ausgelöste Verstrahlung des Pazifik hat offenbar drastisch zugenommen. Lagen die Werte am Anfang der aktuellen Woche noch bei bei Werten, die etwas mehr als das 100-fache des Grenzwertes betrugen, erreichen sie laut Auskunft der Betreibergesellschaft Tepco inzwischen weit über das 1000-fache des zulässigen Grenzwerts.

Bereits bei den ersten Messungen hatte man verschärfte Kontrollen von Fisch und anderen Meereserzeugnissen angeordnet.

10:50 Greenpeace traut Messwerten nicht

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace will damit beginnen, eigene Messungen am havarierten Atomkraftwerk Fukushima 1 vorzunehmen. Man traue den veröffentlichten Messwerten und Einschätzungen zum Ausmaß der Katastrophe nicht. Zu widersprüchlich seien die Angaben von Behörden und Kraftwerksbetreiber.

9:15 Radioaktives Wasser wird abgepumpt

Man hat damit mit begonnen, das stark radioaktiv verseuchte Wasser, das in den letzten Tagen die Rettungsarbeiten behindert hat und für die starke Verstrahlung von zwei Arbeitern verantwortlich ist, abzupumpen. Danach sollen die Arbeiten zur Sicherstellung der Kühlung fortgesetzt werden. Zwei Reaktorblöcke werden bereits mit Süßwasser gekühlt. Allerdings erfolgt auch diese Kühlung von außen. Wann und ob der Reaktor wieder von innen gekühlt werden kann, ist unklar. Zwar ist es gelungen, die Reaktoren wieder mit Strom zu versorgen. Aber noch ist unklar, ob die Pumpen- und Zuleitungssystem funktionieren.

8:10 Aigner: Lebensmitteln in Deutschland sicher

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner hat betont, dass Lebensmittel in Deutschland weiterhin sicher seien. Deutschland beziehe nur etwa ein Tausendstel seiner Lebensmittel aus Japan. Und angesichts der AKW-Katastrophe in Fukushima habe man die Sicherheits- und Kontrollmaßnahmen schon deutlich verschärft. Die Lebensmittel werden sowohl vor Ort in Japan, als auch in Deutschland kontrolliert.

25.03.20011

23:37 Verstrahltes Wasser stammt wahrscheinlich aus Reaktoren

Während man zunächst davon ausgegangen war, dass das verseuchte Wasser, das die Rettungsarbeiten behindert, aus den Abklingbecken stammt, wir nun gemutmaßt, dass es doch direkt aus den Reaktoren entwichen ist. Die hohen Strahlungswerte sprächen dafür. Allerdings sei es noch nicht an der Zeit, eventuelle Lecks an den Schutzhüllen der Reaktoren abzudichten. Zunächst stehe die Sicherstellung der Kühlung im Zentrum der Bemühungen.

23:00 Notfallplan für Strahlenopfer

Japan bereitet sich offenbar auf weitere Strahlenopfer vor. Nachdem am Donnerstag zwei Mitarbeiter des havarierten Atomkraftwerks Fukushima 1 in einer Spezialklinik wegen starker Verstrahlungen behandelt werden mussten, hat die japanische Regierung das weitere Vorgehen erläutert. Sollten mehr als 100 Strahlenopfer zu beklagen sein, würde man diese auf verschiedene Kliniken verteilen. Die Spezialklinik in Chiba sei nicht für die Behandlung größerer Patientenzahlen geeignet. Man sieht die vorgesehenen Kliniken aber gut gerüstet, ebenfalls Strahlenerkrankungen zu behandeln.

19:30 Greenpeace sieht Fukushima als Störfall der Kategorie 7

Während die japanischen Behörden den Störfall in Fukushima als INES 5 eingestuft haben, geht die Umweltschutzorganisation von einem Störfall der Stufe 7 aus. Es seien derart große Mengen an radioaktivem Material freigesetzt worden, dass die Katastrophe jeden „Vergleich sprenge“.

19:05 AKW Fukushima: Süßwasser wird eingeleitet

Die Arbeiten zur dauerhaften Kühlung der Reaktorblöcke kommen voran. Bereits heute konnte man damit beginnen, Süßwasser in die Reaktoren 1 und 3 zu pumpen. Reaktor 2 soll morgen mit Süßwasser versorgt werden. Beim der Kühlung mit Meerwasser handelte es sich um eine Notmaßnahme, die bisher nicht erprobt worden ist. Experten sehen mögliche Gefahren durch das Salzwasser. Zum einen könne es die Brennstäbe verkrusten und damit die Kühlung verhindern. Zum anderen drohe eine Beschädigung sensibler Kraftwerkstechnik, etwa der Ventile, Dichtungen und Pumpen.

18:10 Strahlung im Wasser auch im Reaktor 1 stark erhöht

Nachdem gestern zwei Arbeiter in Reaktor 3 durch radioaktives Wasser verstrahlt wurden, haben heute Messungen im Wasser des Reaktors 1 eine um den Faktor 10.000 erhöhte Strahlung ergeben.

Die beiden Kraftwerksmitarbeiter, die gestern verstrahlt wurden, können vermutlich schon am Montag aus der Spezialklinik entlassen werden. Bei beiden Patienten sind bislang keine Symptome der Strahlenkrankheit aufgetreten. Sie befinden sich aktuell bei guter Gesundheit. Auch zur Strahlendosis wurden neue Fakten bekannt. Zunächst war man davon ausgegangen, dass die Arbeiter nur knapp 200 Millisievert an Strahlung aufgenommen haben. Das läge gerade noch unter dem Grenzwert, den man aufgrund der dramatischen Lage im Atomkraftwerk Fukushima schon angehoben hatte. Im Bereich der Beine betrug die Strahlenexposition der beiden Helfer aber vermutlich 2000 – 6000 Millisievert. Das ist eine Dosis bei der mit akuten Gesundheitsfolgen zu rechnen ist.

18:00 Länder weiten Importbeschränkungen für Lebensmittel aus Japan aus

Mehrere Länder haben aus Angst vor verstrahlter Ware ihre Importbeschränkungen für Lebensmittel aus Japan ausgeweitet. Die Regelungen unterscheiden sich im Detail. Während einige Länder nur bestimmte Lebensmittel oder Waren aus bestimmten Gebieten Japans blockieren, verhängen andere Länder komplette Importsperren. Zu den Ländern mit Importbeschränkungen zählen China, Taiwan, Russland, USA, Australien, Südkorea. Auch Deutschland hat die Kontrolle japanischer Lebensmittel verschärft.

15:05 Radioaktivität erreicht Deutschland

Erstmals seit Beginn der japanischen Atomkatastrophe konnten radioaktive Partikel aus Japan auch in Deutschland in der Luft nachgewiesen werden. Das Umweltministerium hält die gemessene Dosis allerdings für völlig unbedenklich. Die Spuren von radioaktivem Jod, die man mit hoch-sensiblen Messgeräten aufgespürt hat, betrügen nur einen winzigen Bruchteil der natürlichen in Deutschland vorkommenden Strahlung. Die Erhöhung fände im Bereich eines Millionenstels statt.

14:50 Wetter weiter günstig

Das Wetter hilft Japan auch heute. Der Wind treibt freigesetzt Stoffe – wie schon in den letzten Tagen – auf das Meer hinaus und sorgt dafür, dass Tokio weiterhin nur moderat durch Radioaktivität belastet wird.

14:20 Lage am AKW Fukushima noch immer unvorhersehbar

Der japanische Ministerpräsident bezeichnete die Lage am Atomkraftwerk Fukushima als „noch immer nicht vorhersehbar“. Man sei derzeit vor allem damit beschäftigt, dass die Lage nicht eskaliere. Von einer Entwarnung könne allerdings nicht die Rede sein.

13:30 Lage an Reaktor 3 weiter unklar

Zur Lage an Reaktor 3 gibt es noch immer keine gesicherten Erkenntnisse. Der Reaktor steht auch deshalb unter besonderer Beobachtung, weil in dessen Brennstäben hochgefährliches Plutonium enthalten ist. Zwar geht die japanische Atomenergiebehörde davon aus, dass der Druckbehälter noch intakt ist. Jedoch hatte der Kraftwerksbetreiber zuvor mit einer Äußerungen für Verunsicherung gesorgt, der Druckbehälter könne möglicherweise Risse haben.

10:30 Kern von Reaktor 3 möglicherweise gebrochen

Widersprüchliche Informationen gibt es zum Zustand des Reaktors 3. Einige internationale Experten vermuten einen Bruch der Reaktorhülle. Die japanische Atomenergiebehörde sieht dafür allerdings keine Hinweise. Atomkraftbetreiber Tepco kann nach eigenen Aussagen nicht feststellen, woher die derzeit hohe Radioaktivität im Wasser stammt. Man vermut aber das Abklingbecken als Ursache. Ein Bruch der Reaktorhülle könnte die Strahlung schnell so stark ansteigen lassen, dass weitere Rettungsarbeiten am Reaktor für lange Zeit unmöglich werden.

Zuvor mussten alle Arbeiten an Reaktor 1 und 2 getoppt werden, da die Strahlung die für Notarbeiten zulässigen Grenzwerte, die angesichts der dramatischen Lage bereits angehoben wurden, überschritten hat.

9:40 Chinesische Heimkehrer verstrahlt

Die chinesischen Behörden teilen mit, dass bei zwei Heimkehrern aus Japan ein hohes Maß an Radioaktivität festgestellt worden ist. Beide Menschen wiesen Werte auf, die weit über den Grenzwerten lagen.

9:10 Evakuierungzone wird nicht ausgeweitet

Derzeit sieht die japanische Regierung keine Ausweitung der Evakuierungszone vor. Eine deutliche Vergrößerung des Sicherheitsradius um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima 1 war von mehreren Seiten gefordert worden. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEO und zahlreiche Abgeordnete des japanischen Parlaments hatten gestern dazu aufgerufen.

Die japanische Regierung setzt auf Freiwilligkeit. Menschen, die außerhalb des 20 Kilometer weiten Evakuierungsradius, aber innerhalb einer 30 Kilometerzone leben, wird empfohlen, dieses Gebiet zu verlassen. Die sei – so ein Sprecher der Regierung – aber keine Sicherheitsmaßnahme.

8:00 Tepco gibt verstrahlten Mitarbeitern schuld

Der Betreiber des Atomkraftwerks Fukushima 1 gibt den Mitarbeitern, die am gestrigen Tag durch radioaktives Wasser verstrahlt wurden, eine Mitschuld. Die Helfer hätten Strahlungsmessgeräte am Körper getragen, den ausgelösten Alarm aber ignoriert. Man habe daraufhin alle am Kraftwerk arbeitenden Helfer noch einmal umfassend aufgeklärt.

Ob dieses Statement in Zusammenhang mit einer Aufforderung der japanischen Behörde für Reaktorsicherheit steht, den Strahlenschutz in Fukushima dringend zu verbessern, ist bislang unklar.

24.03.20011

23:40 Schäden durch Meerwasser am Atomkraftwerk Fukushima befürchtet

Experten befürchten offenbar Schäden durch das Meerwasser, das man zur Notkühlung der Reaktoren am havarierten Atomkraftwerk Fukushima einsetzt. Einerseits könne dieses die Brennstäbe verkrusten und somit die Wirkung der Kühlung verringern. Andererseits steht die Befürchtung, das aggressive Salz könne wichtige Einrichtungen des AKW wie Pumpen, Dichtungen und Ventile unbrauchbar machen.

23:26 Verstrahlte AKW-Mitarbeiter nur leicht verletzt

Die beiden Mitarbeiter des Atomkraftwerks Fukushima, die im Laufe des heutigen Tages verstrahlt worden, sind offenbar vorerst nur leicht verletzt. Die Beiden hatten radioaktives Wasser in ihre Stiefel bekommen und dadurch Verbrennung an den Beinen erlitten. Insgesamt wurden bei den Rettungsmaßnahmen bislang 17 Personen mit einer Dosis von über 100 Millisievert verstrahlt. Dieser Wert gilt als maximal zulässige Strahlenexposition für Menschen in atomaren Katastrophenfällen. Bei diesem Wert sind in aller Regel keine Symptome der Strahlenkrankheit zu erwarten. Strahlung in dieser Dosierung führt allerdings zu einem deutlich höheren Krebsrisiko.

Zum Vergleich: Die Liquidatoren von Tschernobyl, die direkt am Reaktor arbeiteten wurden mit 1.000 – 10.000 Millisievert bestrahlt. Man schätzt heute, dass von den 500.000 – 800.000 eingesetzten Tschernobyl-Helfern mindestens 10.000 an den direkten Folgen ihres Einsatzes gestorben sind.

Für Japan hat man den zulässigen Höchstwert pro Helfer von 100 Millisievert auf 250 Millisievert angehoben. In Tschernobyl galten offiziell 500 Millisievert als Obergrenze. Die in Fukushima verstrahlten Mitarbeiter werden inzwischen in einer Spezialklinik behandelt und dort für mehrere Tage unter Beobachtung gestellt.

22:30 EU-Beschränkungen für japanische Lebensmittel

Japanische Lebensmittel werden bei der Einfuhr in die EU strengeren Kontrollen unterzogen. Waren aus unmittelbar betroffenen Gebieten müssen bereits vor Ort in Japan auf Radioaktivität untersucht werden. Im Zielland werden diese dann stichprobenweise erneut kontrolliert. Waren aus nicht betroffenen Gebieten Japans werden ebenfalls Stichprobenkontrollen unterzogen. Die Regelungen gelten für alle Produkte, die nach dem 10. März hergestellt wurden.

17:50 Meerwasser stark verseucht

Neue Messungen des Meerwassers am havarierten Kernkraftwerk Fukushima 1 geben Anlass zur Sorge. Die Werte für radioaktives Jod-131 etwa waren um das 150-fache erhöht. Kraftwerksbetreiber Tepco wiegelt zwar ab, was die Gesundheitsgefahren der aktuellen Verseuchung angeht. Man wolle die Entwicklung aber im Auge behalten.

Derweil haben mehrere Nationen Fisch-Importe aus Japan gestoppt bzw. enge Kontrollen des Import-Guts angeordnet.

Die freigesetzte Radioaktivität stammt vermutlich aus dem Abklingbecken des Reaktors 4. Dieses war zuvor nur unzureichend gekühlt worden. Einige Experten sind der Ansicht, dass vom Abklingbecken – aufgrund der großen Menge an radioaktivem Material – inzwischen eine weit größere Gefahr ausgehe, als von den Reaktoren selbst.

Ausweitung der Schutzzone gefordert

Nachdem bereits gestern die internationale Atomenergiebehörde IAEO eine Ausweitung der Schutzzone rund um das Kraftwerk Fukushima 1 gefordert hatte, regt sich jetzt auch in Japan Protest. Eine Petition im japanischen Parlament, die bislang von 23 Abgeordneten unterzeichnet wurde, verlangt eine deutliche Vergrößerung des Schutzradius.

15:20 Japan Heimkehrer lassen sich auf Strahlung testen

Das Bundesamt für Strahlenschutz meldet, dass sich in den letzten Tagen vermehrt Japan-Heimkehrer auf eine Strahlenbelastung testen lassen. Bei einigen der insgesamt knapp 100 getesteten Personen seien erhöhte Dosen an radioaktivem Jod festgestellt worden. Die ermittelten Werte seien aber keine Gefahr für die Gesundheit der Betroffenen.

14:28 Atomkraftwerke werden vorerst nicht wieder in Betrieb genommen

Angesichts der Katastrophe im havarierten Atomkraftwerk Fukushima 1, das von Tepco betrieben wird, haben sich zwei weitere japanische Betreiber von Kernkraftwerken dagegen entschieden, ihre Reaktoren wieder hochzufahren. Beide Unternehmen hatten Reaktoren zu routinemäßigen Wartungsarbeiten heruntergefahren und wollten diese eigentlich im kommenden Monat wieder in Betrieb nehmen. Nun plane man zunächst ein Notfalltraining. Zudem gehen die Betreiber davon aus, dass die japanische Regierung die Sicherheitsauflagen für Kernkraftwerke verschärfen wird. Einen neuen Zeitplan für eine Inbetriebnahme der betroffenen Reaktoren gibt es bislang nicht.

13:20 Wetter günstig für Fukushima

Das Wetter hilft den Einwohnern Japans aktuell. Ein schwacher Wind aus Nordosten befördert eventuell austretende radioaktive Partikel in Richtung Pazifik. In den vergangen Tagen wurden auch in Tokio und anderen japanischen Städten erhöhte Strahlungswerte gemessen. In Tokyo und umliegenden Orten war gar das Trinkwasser so stark radioaktiv belastet, dass man seitens der Behörden davon abriet, es für Säuglinge und Kleinkinder zu verwenden.

13:05 Strahlung verhindert Suche nach Vermissten

Die stark erhöhte Strahlung im unmittelbaren Umfeld des Atomkraftwerks Fukushima 1 verhindert bislang Suchaktionen nach Personen, die in Folge der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe vermisst werden.

10:25 Aufregung in Tokio: Gelber Regen

Als es in Tokio regnete und sich auf den Straßen ein gelber Film bildete, löste das Aufregung bei den Anwohnern aus. Die japanische Wetterbehörde konnte inzwischen allerdings Entwarnung geben. Der gelbe Niederschlag steht nicht in Zusammenhang mit den Atomkraftwerken, sondern wurde durch Pollen ausgelöst, die sich in der Luft befanden und ausgewaschen wurden.

8:10 Mitarbeiter des AKW Fukushima stark verstrahlt

Sie arbeiten unter einem hohen Risiko – die sogenannten „Helden von Fukushima“. Man hat die maximal zulässige Strahlendosis bei den Rettungsarbeiten am havarierten Atomkraftwerk auf 150 Millisievert festgelegt. Das ist ein Wert, bei dem zwar langfristige Gesundheitsschäden (wie ein erhöhtes Krebsrisiko) zu erwarten sind, aber keine akute Strahlenkrankheit auftritt. Heute Morgen sind allerdings drei Arbeiter einem Wert zwischen 170 und 180 Millisievert ausgesetzt worden und anschließend von den Arbeiten abgezogen worden. Das teilte die japanische Atomenergiebehörde mit.

Zur Einordnung: Die Liquidatoren am Reaktor von Tschernobyl waren Strahlungen von 500 – 10000 Millisievert ausgesetzt. Man geht davon aus, dass bis zu 10.000 Arbeiter an den Folgen ihres Einsatzes verstorben sind.

8:00 Trinkwasser auch in Umgebung von Tokio verseucht

Die in Fukushima freigesetzten radioaktiven Substanzen haben offenbar auch das Umfeld von Tokio erreicht. In Kawaguchi wurde eine erhöhte Radioaktivität des Wassers in einer Trinkwasseraufbereitungsanlage festgestellt.

23.03.20011

22:22 Deutschland: Strahlung gering

Die in Deutschland zu erwartende Strahlenbelastung durch die japanische Atomkatastrophe wird Experten zufolge deutlich unter der natürlichen Hintergrundstrahlung von 1-5 Millisievert pro Jahr liegen. Sie wird nur mit den extrem sensiblen Messgeräten, die zur Überwachung des internationalen Kernwaffenabkommens installiert wurden, messbar sein.

In Frankreich wird die Entwicklung von der Bevölkerung mit Argusaugen überwacht. Im Zuge der Tschernobyl-Katastrophe hatte die Regierung eine gezielte Desinformationspolitik betrieben und behauptet, die radioaktive Wolke hätte Frankreich nicht erreicht. In der Tat gehörte Frankreich aber zu den Ländern mit einer hohen Belastung durch Tschernobyl.

22:15 Kein Strom in Reaktor 3

Bis auf Reaktor 3 sind inzwischen alle Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Fukushima 1 wieder mit Strom versorgt. Die Arbeiten an Reaktor 3 mussten aufgrund sehr hoher Strahlungswerte abgebrochen werden.

22:10 Strahlung im Umkreis von Fukushima steigt an

Der immer noch nicht gestoppte Austritt von Radioaktivität aus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima 1 sorgt dafür, dass die Strahlungswerte im Umkreis ansteigen. In zehn Präfekturen Japans habe man – so die IAEO – deutlich steigende Werte gemessen. Auch das Meerwasser weise hohe Werte an radioaktivem Cäsium und Jod auf.

18:11 IAEO warnt vor Super-GAU

Obwohl laut Mitteilung der japanischen Behörden die Strahlung im Atomkraftwerk Fukushima 1 inzwischen wieder zurückgeht, warnt die internationale Atomenergiebehörde IAEO vor einem Super-Gau in Fukushima. Die vorliegenden Messwerte machen eine Ausdehnung der derzeitigen Evakuierungszone dringend erforderlich.

Inzwischen mehren sich auch Berichte, denen zufolge nicht alle Hilfskräfte im Kernkraftwerk freiwillig arbeiten. Von Drohungen und Einschüchterungen ist die Rede. Auch werden offenbar Zeitarbeiter eingesetzt, die keine spezifische Ausbildung in Bezug auf die Stahlungsproblematik erhalten haben. Das Vorgehen erinnert an die „Liquidation“ von Tschernobyl. Auch dort wurden viele Arbeiter nicht ausreichend über die Gesundheitsgefahren ihres Einsatzes aufgeklärt.

Die Messwerte in Tokios Trinkwasser sind veröffentlicht worden. Es wurde ein Wert von 210 Becquerel pro Liter gemessen. Als Grenzwert für Babys gelten 100 Becquerel – für Erwachsene beträgt der Wert 300 Becquerel.

16:00 Kühlarbeiten nicht fortgesetzt, Strahlung auf Redkordniveau

Nachdem schwarzer Rauch aus einem der Reaktoren des Atomkraftwerks Fukushima 1 aufstiegt und sich die Strahlung auf dem Gelände drastisch erhöhte, mussten die externen Kühlmaßnahmen abgebrochen werden und wurden bislang nicht wieder aufgenommen. Laut Angaben der japanischen Atomernergiebehörde hat die Strahlung auf dem Kraftwerksgelände den bisher höchsten Wert seit Beginn der Katastrophe erreicht. Diese Aussage ist nachträglich allerdings wieder revidiert worden.

Der Kraftwerksbetreiber Tepco befindet sich angesichts der Katastrophe offenbar in akuter Finanznot. Derzeit versucht man, in Zusammenarbeit mit führenden japanischen Banken eine milliardenschwere Notfinanzierung auf die Beine zu stellen.

In Deutschland ist bislang noch keine erhöhte Strahlung messbar. Es ist aber zu erwarten, dass sich das im Laufe der Woche ändern wird.

12:26 Strahlung erreicht Island und Kalifornien

Radioaktive Substanzen aus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima haben inzwischen Kalifornien und Island erreicht. Messungen in beiden Ländern hatten eine erhöhte Radioaktivität in der Luft ergeben. Experten gehen davon aus, dass die strahlenden Partikel noch in dieser Woche Mitteleuropa und damit auch Deutschland erreichen. Bislang geht man allerdings davon aus, dass die Belastungen minimal und nicht gesundheitsgefährdend sind.

12:10 Trinkwasser in Tokio verseucht

Aufgrund deutlich gestiegener Werte von radioaktivem Jod in Tokios Trinkwasser empfehlen die Behörden, dieses nicht mehr für Säuglinge und Kleinkinder zu verwenden. Die Regierung warnt allerdings vor Hamsterkäufen von Mineralwasser. Es sei ohnehin schon schwierig, die Katastrophengebiete ausreichend mit Trinkwasser zu versorgen.

11:05 Deutschland erhöht Sicherheitsmaßnahmen

Im Hinblick auf die japanische Atomkatastrophe wurde die radiologische Überwachung von Lebensmitteln in Deutschland verschärft. Das teilte Verbraucherschutzministerin Aigner heute mit. Insbesondere bei Fisch und aus Japan importierten Lebensmitteln werde die Überprüfung intensiviert, um deutsche Verbraucher zu schützen.

22.03.20011

21:12 Neuer Versuch mit Meerwasser

Der erste Versuch, den Reaktor 2 des Atomkraftwerks Fukushima 1 mit Meerwasser zu kühlen, war an einem defekten Einlassventil gescheitert. Anschließend war der Reaktor erneut „trocken gelaufen“ und die Brennstäbe lagen frei. Nun unternehmen die Techniker einen neuen Versuch, Meerwasser in die Anlage zu leiten. Die Kühlung des Reaktor ist wichtig, um eine Kernschmelze zu verhindern. Bei den Reaktoren 1 und 3 der Anlage hat dieses Vorgehen offenbar Erfolg gezeigt. Eine Kernschmelze wird dann zur Gefahr, wenn sie den Reaktorbehälter beschädigt und so große Mengen an radioaktivem Material ausdringen können. Vergleichbares ist in Tschernobyl in einem Reaktor passiert.

19:52 Wetterlage trägt Radioaktivität nach Tokio

Meteorologen warnen vor einem Wetterwechsel. Der Wind könne in den nächsten Stunden drehen und radioaktive Partikel nach Japan tragen. Die geringen Windgeschwindigkeiten könnten dafür sorgen, dass die radioaktive Wolke längere Zeit über Tokio bliebe. Im Laufe des Dienstag könne es zudem regnen, was die Lage verschlimmern würde. Dadurch könnten nämlich radioaktive Stoffe in Boden und Grundwasser eindringen und für dauerhafte Verseuchungen sorgen.

19:47 Internationale Spendenaufrufe

Internationale Hilfsorganisationen haben zu Spenden für die japanischen Erdbeben-Opfer aufgerufen. Auch Bundespräsident Wulff rief die Bundesbürger zum Spenden auf und verkündete, sich selbst daran beteiligen zu wollen. Japan hat sich indes mit einem Hilferuf an die USA gewandt. Es geht dabei vor allem um Unterstützung bei der Kühlung der beschädigten Kernreaktoren.

18:24 WHO erwartet nur geringe Gesundheitsgefahren

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich inzwischen zu den Vorgängen in Japan geäußert. Man erwartet nur geringe gesundheitliche Auswirkungen der aktuellen Atomkrise. Die beim bisherigen Stand der Dinge freigesetzte, relativ geringe Menge an radioaktivem Material sei kaum bedenklich. Lediglich bei 22 Menschen war bislang Strahlung am Körper messbar.

Die internationale Atomernergiebehörde IAEO lobt indes Japans Vorgehen in der Krise. Es sei sehr positiv, dass alle Reaktorhüllen intakt geblieben seien und das Austreten größerer Mengen radioaktiven Materials verhindert wurde. Japan habe die Behörde inzwischen um die Bereitstellung von Experten zur weiteren Beherrschung der Krise gebeten. Chef der IAEO ist derzeit der Japaner Yukiya Amano.

16:40 Explosion in Reaktor 2 unwahrscheinlich

Es gibt Neuigkeiten zu Reaktor 2 des Kernkraftwerks Fukushima 1. Der Kraftwerksbetreiber hält eine Explosion in diesem Reaktorgebäude für unwahrscheinlich. Die Explosionen in Reaktor 1 und 3 haben nämlich auch dessen Außenwand bereits beschädigt. Durch die Gebäudeschäden könne nun der bei der Druckentlastung enstehende Wasserstoff entweichen. Dieser hatte zu den Explosionen in den beiden anderen Reaktoren geführt.

Generell scheint sich die Lade zu entspannen. Die Zeit arbeitet für die Techniker. Die Nachzerfallswärme der abgeschalteten Kraftwerke dürfte in den nächsten Tagen weiter abnehmen.

Deutsche Onlinehändler berichten indes über eine gesteigerte Nachfrage nach Geigerzählern. In einigen Shops seien die Geräte inzwischen sogar ausverkauft. Die 200-500 Euro teuren Geräte sind sonst Ladenhüter und werden allenfalls sporadisch bestellt.

14:49 Radioaktive Wolke erreicht in ca. zwei Wochen Europa

In ca. zwei Wochen wird die radioaktive Wolke aus Japan voraussichtlich Europa erreichen. Wenn es bei der derzeit geringen Menge an freigesetzten, radioaktiven Material bleibt, werden die gesundheitlichen Folgen allerdings sehr gering bleiben. Der Anstieg der Radioaktivität wird dann allenfalls messtechnisch erfassbar sein.

In Berlin verzeichnen die Apotheken inzwischen eine gesteigerte Nachfrage nach Jod-Tabletten. Zwar seien diese – Kundenbefragungen zufolge – mehrheitlich für den Versand an japanische Freunde und Angehöre bestimmt, doch raten die Apotheker vorsorglich davon ab, ohne ärztliche Verordnung oder behördliche Anweisung solche Tabletten einzunehmen. Die Einnahme kann vor allem bei Menschen über 45 Jahren zu erheblichem, gesundheitlichen Problemen führen.

13:40 Kernschmelze offenbar auch in drittem Reaktor

Kraftwerksbetreiber Tepco kann eine Kernschmelze offenbar auch in Reaktor 2 des Kernkraftwerks Fukushima 1 nicht mehr ausschließen. Damit wären dann vermutlich alle drei aktiven Kerne der Anlage geschmolzen. Mit Sicherheit kann man das deshalb nicht sagen, da zu den Reaktoren kein Zugang möglich ist und Messgeräte zerstört und ausgefallen sind. Die Brennstäbe des betroffenen Reaktors sind jedenfalls nicht mehr von Wasser umgeben. Wie schon bei Reaktor 1 und 3 leitet man jetzt Meerwasser in die Anlage. Die wird aber nicht die Brennstäbe erreichen, sondern nur die äußere, noch unbeschädigte Hülle des Reaktors kühlen, um deren Bruch zu verhindern.

11:30 Fukushima – alle 3 Rekaktoren betroffen

Im Atomkraftwerk Fukushima 1 sind inzwischen alle drei Reaktoren in einem kritischen Zustand. Nach Explosionen in den Reaktoren 1 und 3 kühlt man diese inzwischen mit Meerwasser. Nach der Auskunft der japanischen Behörden und des Kraftwerkbetreibers ist diese Kühlung erfolgreich.

Der US-Flugzeugträger „Ronald Reagan“, der eigentlich Hilfe leisten sollte, machte inzwischen kehrt und änderte seinen Kurs. Auf dem Flugzeugträger, der sich rund 140 Kilometer vor Japans Küste befand, wurden erhöhte Strahlungsdosen gemessen. Die Strahlungsintensität innerhalb einer Stunde einwirkt, war etwa so hoch wie die natürliche Monatsdosis. Eine akute Gesundheitsgefahr für die betroffenen Soldaten bestünde aber nicht.

21.03.20011

17.18 Notfall in AKW Tokai

Inzwischen ist nach den Atomkraftwerken Fukushima 1, Fukushima 2 und Onagawa offenbar auch in Tokai der Notfall eingetreten. Hier sei- so die Mitteilung der Behörden – ebenfalls die Reaktorkühlung ausgefallen.

In Japan wird inzwischen der Strom rationiert. Stundenweise Abschaltungen sollen den Strommangel, der durch den Ausfall der AKWs entstanden ist, kompensieren.

16:32 Notstand auch in AWK Onagawa

Japan hat inzwischen für ein drittes Atomkraftwerk den Notstand ausgerufen. Zwar heißt es von seiten der Behörden, dass die Lage dort „unter Kontrolle“ sei. Im Umfeld des Kraftwerks wurden aber erhöhte Strahlungswerte gemessen. Am Freitag – direkt nach dem Erdbeben – war in diesem Kraftwerk ein Feuer ausgebrochen. Unter dessen werden die japanischen Behörden und die Kraftswerksgesellschaft für ihre Informationspolitik kritisiert. Das scheibchenweise Zugeben von Störfällen erinnere stark an die Vorgehensweise und Tschernobyl.

23:54 Widersprüchliche Meldungen

Auch fast 24 Stunden seit Beginn unserer Coverage sind die Meldungen aus Japan noch immer widersprüchlich. Nachrichtenagenturen und internationale Medien berichten von erheblichen Beschädigungen am Reaktor und einer Kernschmelze. Von japanischen Regierungsvertretern und der Kraftwerksgesellschaft wird beides dementiert. Die Kraftwerksgesellschaft gilt aufgrund ihrer skandalgeschwängerten Vergangenheit nicht als vertrauliche Informationsquelle. Ebenfalls keine gesicherten Informationen liegen darüber vor, wie Meerwasser zur Kühlung des Reaktors genutzt werden soll. Internationale Atomexperten zweifeln an der Wirksamkeit dieser Maßnahme. Skeptiker sehen sie als „Beruhigungsmittel“ in einer Situation, die nicht kontrollierbar ist.

15:49 Katastrophenreaktor stand vor Stillegung

Der im japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 havarierte Reaktor stand offenbar kurz vor seiner Stilllegung. Berichten zufolge sollte der 40 Jahre alte Reaktor noch in diesem Monat seinen Betrieb einstellen.

14.55: Kühlung mit Meerwasser

Die japanische Atomenergiebehörde dementiert erneut Berichte über eine Kernschmelze und einen Zusammenbruch des Reaktors. Die Explosion im Kernkraftwerk Fukushima 1 sei vermutlich auf Wasserstoff zurückzuführen, der zur Kühlung des Kraftwerks verwendet wurde.

Experten versuchen derzeit, den Reaktor mit Meerwasser zu kühlen. Dieser Vorgang könne 5-10 Stunden in Anspruch nehmen. Offenbar ist der Stahlmantel des Reaktors noch intakt. Der Druck im Reaktor sei zuletzt sogar gesunken. Die Kühlung mit Meerwasser könne Experten zufolge zwar Radioaktivität ins Meer freisetzen, möglicherweise aber Schlimmeres verhindern.

14:11: Kernschmelze dementiert

Die japanische Regierung hat Berichte über eine bereits erfolgte Kernschmelze im Atomkraftwerk Fukushima 1 dementiert. Auch die Schäden am Gebäude wären für die Sicherheit des Kraftwerks nicht erheblich. Messungen im Umfeld des Kernkraftwerks haben – so die Statements – keine gefährlichen Werte erreicht. Bei der Evakuierung um die Kernkraftwerke handele es sich lediglich um eine vorbeugende Vorsichtsmaßnahme.

13:28: Statement der japanischen Regierung

Japans Premierminister Kan hat sich zur Atomkatastrophe im Land geäußert. Er zeigte sich über die aktuelle Lage besorgt, sprach jedoch nicht von einer Kernschmelze. Ein Regierungssprecher versicherte, dass die Explosion in Fukushima 1 nicht zum Entweichen größerer Mengen radioaktiven Materials führen würde. Inzwischen wurde bekannt, dass das betroffene Atomkraftwerk bereits in der Vergangenheit mehrfach im Zentrum von Ermittelungen stand. Von gefälschten Wartungs- und Monitoringprotokollen ist die Rede.

12:45: Regierungsstatement wird erwartet

Ein offizielles Statement der japanischen Regierung zur mutmaßlichen Kernschmelze im Kernkraftwerk Fukushima 1 wird in Kürze erwartet. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Umweltminister Röttgen wollen sich heute noch zur Atomkatastrophe in Japan äußern.

12:37: Behörden bezweifeln Reaktorschäden

Die japanische Atomsicherheitsbehörde bezweifelt Berichte über eine physische Zerstörung des Atomreaktors Fukushima 1. Die aktuell gemessene Strahlung um Umfeld des Kernkraftwerks lasse einen Bruch der Außenhülle nicht wahrscheinlich erscheinen. Andere Quellen berichten vom Einstürzen des Daches des Kraftwerks. Als wahrscheinlichste Ursache der Detonation gilt eine Knallgasexplosion.

11:47: Kernschmelze in Fukushima 1

Die Kernschmelze im Kernkraftwerk Fukushima 1 hat begonnen. Das gaben Atomexperten im japanischen Fernsehen bekannt. Auch der Zustand in Fukushima 2 ist weiterhin kritisch. Man lässt dort Druck ab, befürchtet aber ebenfalls eine Kernschmelze. Im Umkreis der Atomkraftwerke steigen die Strahlungswerte drastisch an. Es wurden Jod und Cäsium gemessen.

11:29: Röttgen sieht keine Gefahr für Deutschland

Bundesumweltminister Röttgen hat sich zur drohenden Atomkatastrophe in Japan geäußert. Röttgen schließt eine Gefährdung der deutschen Bevölkerung „praktisch aus“. Die große Entfernung sowie die Wetter- und Windlage sorge dafür, dass uns radioaktive Ausstöße nicht erreichen.

11:15: Evakuierungsmaßnahmen werden ausgeweitet

Die japanische Regierung weitetet die Evakuierungsradien um die beiden Atomkraftwerke Fukushima 1 und Fukushima 2 aus. Statt einem Umkreis von bisher drei bzw. zehn Kilometern werden nun alle Menschen in einem Umkreis von 20 Kilometern evakuiert. Die Maßnahme deutet auf eine Verschärfung der Atomkrise hin.

10:41: Japanische Regierung beruhigt Bevölkerung

Die japanische Regierung bemüht sich offenbar, die Bevölkerung zu beruhigen. Ein Regierungssprecher fordert die Bevölkerung auf, „ruhig zu bleiben“. Die Lage im AKW Fukushima 1 sei aber „sehr ernst“. Die Menschen im Umkreis der Kraftwerke werden per Lautsprecherwagen informiert. Es gibt Aufforderungen, sich feuchte Tücher vor das Gesicht zu halten. In der japanischen Hauptstadt Tokio ist keine erhöhte Strahlung messbar. Die Strahlenwerte befinden sich auf dem Niveau der natürlichen Strahlungsintensität. Bilder des japanischen Fernsehens deuten immer mehr darauf hin, dass die Explosion die äußere Hülle des Kraftwerks zerstört hat.

10:19: 50.000 Soldaten angefordert

Beobachter sprechen davon, dass es vor der Explosion im Atomkraftwerk Fukushima 1 eine erhebliche Erschütterung gegeben haben soll. Ein Team von medizinischen Spezialisten für atomare Zwischenfälle sei inzwischen unterwegs zur Anlage. Die japanische Regierung habe außerdem 50.000 Soldaten zu den Anlagen beordert. Weiter unklar ist, wie es um die Stabilität des Reaktorgebäudes bestellt ist und ob es bereits zur Kernschmelze gekommen ist.

9:48: Explosion im Atomkraftwerk Fukushima 1

Im Atomkraftwerk Fukushima 1 soll ich eine Explosion ereignet haben. Das berichten japanische Medien unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Jiji. Die Atomenergiebehörde dementiert bislang, dass sich diese Explosion im Kernkraftwerk ereignet habe, halte aber eine Kernschmelze für möglich. Augenzeugen haben eine Detonation beobachtet. Aus dem Redaktor steige weißer Rauch auf. Vermutlich sei die Außenhülle gebrochen. Nach Informationen der Atomsicherheitskommission ist nahe des Atomkraftwerks Fukushima I radioaktives Cäsium festgestellt worden.

1:46: Lage in Fukushima 2 spitzt sich zu

Auch im zweiten außer Kontrolle geratenen Atomkraftwerk spitzt sich die Lage offenbar zu. Die japanischen Behörden haben damit begonnen, auch im Umfeld des Kraftwerk Fukushima 2 Evakuierungen vorzunehmen. Zunächst gilt auch hier ein Umkreis von drei Kilometern als Gefahrenzone. Die Zone um Fukushima 1 wurde inzwischen auf 10 Kilometer ausgeweitet.

1:05: Notfall in zweitem Atomkraftwerk

Der atomare Notlage in Japan weitet sich offenbar aus. In einem zweiten Kernkraftwerk (Fukushima 2) können ebenfalls drei Reaktoren nicht mehr ausreichend gekühlt werden. Die japanische Atomenergiebehörde hat auch für dieses Kraftwerk den Notfall ausgerufen.

0:46 Uhr: Kernschmelze droht, Strahlung stark erhöht

Die Lage im Atomkraftwerk Fukushima spitzt sich offenbar zu. Den Kräften vor Ort sei es bislang nicht gelungen, das Kühlsystem des havarierten Reaktors wieder in Gang zu setzen. Dadurch droht im schlimmsten Fall eine Kernschmelze und eine Explosion des Reaktors wie in Tschernobyl. Im Kontrollraum des Reaktors ist derzeit bereits eine Strahlung messbar, die um den Faktor 1000 erhöht ist. Auch außerhalb des AKW ist die Strahlung bereits um den Faktor 8 erhöht. Die japanischen Behörden haben weitere Menschen aus dem Umfeld des Kraftwerks evakuiert.

Tokio (dts Nachrichtenagentur) – Das Notkühlsystem des Atomkraftwerks Fukushima wird nur noch per Batterie betrieben. Die Batterien könnten den Betrieb des Kraftwerks nur noch für wenige Stunden sichern, teilte die Kölner Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) unter Verweis auf japanische Angaben hin mit. Sollten die Batterien versagen, drohe schlimmstenfalls eine Kernschmelze, erklärte GRS-Sprecher Sven Dokter.

Evakuierungen im AKW-Umfeld

Eine genaue Voraussage könne derzeit aber noch nicht getroffen werden. Die Behörden in Japan haben tausende Menschen aus der Region evakuieren lassen.

Erdbeben gefährdet Reaktorsicherheit

Am Freitagmorgen (deutscher Zeit) hatte ein schweres Erdbeben Japan erschüttert. Geologen der US-Erdbebenwarte USGS gaben für das Erdbeben einen Wert von 8,9 auf der Magnituden-Skala an. Das Beben gilt das als das schwerste in Japan seit 140 Jahren. Das US-Tsunami-Warnzentrum gab Warnungen für praktisch alle Küstengebiete am Pazifik aus. Inzwischen haben erste Flutwellen auch die Hawaii-Insel Kauai erreicht.

TV-Bilder nach Erdbeben in Japan, NHK, über dts Nachrichtenagentur
Foto: TV-Bilder nach Erdbeben in Japan, NHK, über dts Nachrichtenagentur

14.03.2011

Tschernobyl (Foto: Photocell | Dreamstime.com)

Tschernobyl (Foto: Photocell | Dreamstime.com)

Nach den Notfällen in vier japanischen Atomkraftwerken üben sich die japanischen Behörden im Verbreiten von Beruhigungsfloskeln. Die japanische Atomsicherheitsbehörde etwa versprach heute, dass sich in Fukushima „kein zweites Tschernobyl“ ereignen werde.

Die bislang freigesetzte Radioaktivität sei gering und man arbeite an der Behebung der Probleme. Die Reaktorhüllen aller Reaktoren seien bislang unbeschädigt und dicht. Die Schwere des Störfalls im AWK Fukushima wurde gemäß der internationalen Klassifikation für Störfälle auf INES 4 eingestuft.Aus dem Atomkraftwerk Tokai 2 gibt es indes Entwarnung. Man könne die Kühlung des Reaktorkerns aktuell sicherstellen.

Bangen um das Wetter

Das Wetter hilft Japan bei der Reduzierung der Auswirkungen der Zwischenfälle in den Kernkraftwerken. Bis zum Wochenende soll der starke Westwind erhalten bleiben, der radioaktive Partikel in der Luft auf das offene Meer hinaus trägt. Kritisch könnten lediglich die nächsten 24 Stunden werden, in denen der Wind eventuell in einer kurzen Phase Richtung Süden dreht und somit auch Tokio erreichen könnte. Radioaktivität sei nach Behördeninformationen vor allem bei den vorsorglichen Druckentlastungen der Reaktoren freigesetzt worden.

Reaktor 3: Kernschmelze erwartet

In Reaktor 3 des Kraftwerks Fukushima 1 befürchtet man allerdings weiterhin eine Kernschmelze. Sollte die Ummantelung des Reaktors nicht halten, droht die Freisetzung großer Mengen radioaktiven Materials. Dann wäre – je nach Witterungsbedingung – auch eine (allerdings moderate) Belastung Europas nicht auszuschließen.

Kommentare:
  • Martin

    Schüttet Block drei endlich mit Sand und Beton zu und baut dann den Sarkophag! Verhindert das Austreten von noch mehr Strahlung, rettet dieses herrliche Land mit seinen wunderbaren Menschen.

  • Sebastian (Redaktion)

    Irgendwann wird es sicher darauf hinauslaufen. Ob das im Moment schon Sinn macht, kann man als Laie schwer einschätzen.

  • Gerhard

    Merkt die Regierung Japans nicht das der Betreiber sie nur noch belügt ? Wie geht es weiter,noch 2-3 Wochen oder 2—– Monate?

  • atos

    Die japanische Atomruine Fukushima verseucht zunehmend das Meer. Die radioaktive Belastung des Pazifiks an der Küste des beschädigten Kraftwerks erreichte am Samstag einen Höchstwert. Der Gehalt des strahlenden Isotops Jod-131 im Meerwasser nahe der Anlage übertraf den zulässigen Grenzwert um das 1250-Fache. Jetzt frage ich mich, ob das wirklich stimmt, was die Fachleute so sagen, dass dies keinerlei Auswirkungen für die Fische hat. Ich glaube nicht. In naher Zukunft werde ich keine Fische mehr essen.

  • Anonymous

    Anna
    Warum wurde nicht schon längst abgeschaltet, wo doch schon vor längerer Zeit Probleme auftraten?
    Vertuschungen auf Zeit bringen nichts.
    Was sind Atomkraftwerke für die Zukunft? Der Untergang der Menschheit. Wie man sieht, schlägt auch die Natur zurück. Warum baut man eigentlich diese Kraftwerke in Länder, die so von Erdbeben gerüttelt und geschüttelt werden. Das hätte man doch wohl bedenken müssen und auch dahingehend sich um eine zumindest 90%ige Sicherheit bemühen müssen.

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