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Koordinierungsstelle kritisiert System der Organtransplantationen

Organspendeausweis, über dts Nachrichtenagentur

Foto: Organspendeausweis, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Leiter und geschäftsführende Arzt bei der Stiftung für Organtransplantation (DSO), Detlef Bösebeck, kritisiert das gültige Transplantationssystem. „Es kann nicht sein, dass Krankenhäuser Geld bekommen und trotzdem nicht einen einzigen Spender gemeldet haben“, sagte er dem RBB. Der Facharzt für Innere Medizin verlangte einen Systemwechsel. „Es kann nicht so weitergehen, dass Kliniken Geld erhalten für Tote, die gar nicht auf der Intensivstation sterben. Das sind keine möglichen Organspender.“

Seine Bilanz über die bisherige Finanzierung von Organspenden fällt drastisch aus: „Das Geld kam bisher nicht da an, wo es hin soll.“ Bösebeck hält eine grundlegende Reform des Transplantationsgesetzes für erforderlich. Der Gesetzesentwurf vom Gesundheitsminister sei ein erster Schritt in die richtige Richtung. Für die Zukunft verlangte er, dass die Kliniken zu einer Analyse ihrer Todesfälle verpflichtet werden. Bisher gab es keine Kontrolle über die Arbeit der Entnahmekliniken und deren Transplantationsbeauftragten. Viele existieren nur auf dem Papier und die erforderliche Freistellung und Ausbildung fand erst gar nicht statt, sagte Bösebeck dem RBB. Transparenz sei aber erforderlich, sonst ändere sich nichts. „Im Moment wissen wir nicht, warum eine Uniklinik 18 und die andere nur einen Spender meldet.“

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