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Lindner will Abschwächung der EU-Datenschutzverordnung

Christian Lindner, über dts Nachrichtenagentur

Foto: Christian Lindner, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – FDP-Chef Christian Lindner hat die Bundesregierung aufgefordert, alle Möglichkeiten zu nutzen, um Belastungen für Unternehmen und Vereine durch die neue europäische Datenschutzverordnung zu verringern. „Wir Deutsche sind die einzigen, die die Grundverordnung auf Punkt und Komma umsetzen. Andere europäische Partner nutzen Öffnungsklauseln zum Bürokratieabbau“, sagte Lindner den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagausgaben).

Öffnungsklauseln und Abmahnindustrie

Nationale Öffnungsklauseln sollten auch hierzulande in Anspruch genommen werden, um etwa „bürokratische Belastungen wie Datenschutzbeauftragte in Betrieben ab zehn Mitarbeitern von unserem Mittelstand abzuwenden.“ Der Vorsitzende der Freien Demokraten forderte auch eine Änderung der Zivilprozessordnung. Eine „Abmahn-Industrie“ dürfe nicht Geld verdienen mit dem Vorwurf, Vereine speicherten Daten nicht richtig.

Mehr Biss gegen Silicon-Valley-Plattform-Monopolisten

„Ich wünsche mir mehr politischen Biss bei den Silicon-Valley-Plattform-Monopolisten wie Facebook“, so Lindner. „Wir müssen aber verhindern, dass unsere Betriebe und Vereine bürokratisch gefesselt werden.“ Die EU-Datenschutzverordnung (DSGVO) ist am 25. Mai in Kraft getreten. Dahinter verbirgt sich die Vereinheitlichung der Datenschutzregeln aller 28 Mitgliedsstaaten. Die Nutzung vieler persönlicher Daten bedarf seither einer vorherigen expliziten Einwilligung. Die Regeln gelten für alle Unternehmen, die in der EU Geschäfte machen. Bei Verstößen drohen drastische Bußgelder von bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes.

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