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Nach Rommel-Tweet: SPD und Grüne kritisieren Tauber

Peter Tauber, über dts Nachrichtenagentur

Foto: Peter Tauber, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der ehemalige CDU-Generalsekretär und jetzige Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Peter Tauber, hat seine Haltung zum Wehrmachtsgeneral Erwin Rommel bekräftigt. „Rommel hat wiederholt verbrecherische Befehle missachtet und ist nach neuesten Forschungen dem Widerstand gegen Hitler enger verbunden als man lange geglaubt hat“, sagte Tauber der „Bild-Zeitung“ (Mittwochsausgabe). Im Rahmen der Traditionspflege bräuchte es eine „intensive Auseinandersetzung“ mit dem Handeln Rommels.

Tod macht Rommel nicht zum Widerstandskämpfer

„Das ist wichtig, wenn wir heute von Soldaten erwarten, dass sie den Werten unseres Landes verpflichtet sind“, so Tauber. Am Sonntag hatte Peter Tauber mit einem Tweet für Aufsehen gesorgt. „Heute vor 74 Jahren starb Erwin Rommel, von den Nazis zum Selbstmord gezwungen“, twitterte Tauber über den Generalfeldmarschall der Wehrmacht, nach dem auch Kasernen der Bundeswehr benannt sind. Kritik kommt von der SPD. „Als kompetenter Feldherr ist Rommel ein Teil der deutschen Militärgeschichte“, sagte Verteidigungsexperte Fritz Felgentreu (SPD) der Zeitung. Doch die Umstände seines Todes „machen ihn nicht zum Widerstandskämpfer“. Für ihn komme Rommel als Vorbild für die Bundeswehr längst nicht mehr infrage, so Felgentreu weiter.

Kein Vorbild für die Bundeswehr

Auch der Grünen-Abgeordnete Tobias Lindner, Mitglied im Verteidigungsausschuss, kritisiert das positive Bild des Wehrmachtsgenerals. „Wer sich als Wüstenfuchs und Lieblingsgeneral Hitlers hat missbrauchen lassen, kann kein Vorbild für die Bundeswehr sein. Von der Leyen wäre gut beraten, die Kasernen, die Rommels Namen tragen, endlich umzubenennen“, sagte Lindner der Zeitung. Unter Historikern gibt es ebenfalls Differenzen zu Erwin Rommel. Er könne „zweifelsohne als Opfer des Nationalsozialismus bezeichnet werden“, sagte Peter Lieb vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr.

Keine Kasernen im Namen Rommels

„Auf der einen Seite stand er jahrelang im Bann Hitlers und ließ sich von der NS-Propaganda instrumentalisieren“, so Lieb. Auf der anderen Seite habe er „konsequent verbrecherische Befehle des Regimes“ missachtet. „In der Lebensleistung kann Rommel heute noch für deutsche Soldaten als Vorbild dienen, auch wenn man sich mit seiner Persönlichkeit stets kritisch auseinandersetzen muss“, so Lieb. Peter Steinbach, wissenschaftlicher Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, sieht Rommel kritischer. Erwin Rommel sei „verantwortlich für die Kriegführung und auch für eine Kriegspraxis, die Menschenleben sinnlosen Befehlen opferte“. Seinen Namen sollten die Kasernen nicht tragen, denn solche „Benennungen“ verhindere die Auseinandersetzung mit „Lebensgeschichten, sondern tragen zur Heroisierung, zur Heldenverehrung bei“, so Steinbach.

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  • 🕝 R. Kalenböck-Karow

    Darf man heutzutage Generälen der Wehrmacht aus der Zeit 1939 – 1945 Ehre erweisen?

    RT – KÖNIGSBERG
    16. 10. 2018

    Diese etwas merkwürdige Frage beschäftigt gerade viele Gemüter. Schonmal ein hochrangiger Politiker der CDU genau dieses diesere Tage tat. Er gedachte dem gewaltsamen Tode von „General Rommel“

    Es ist richtig, General Rommel hatte eine besondere Ehrstellung im Kriege der deutschen Wehrmacht errungen. Da er jedoch letztendlich mit der Gruppe Stauffenberg sympatisierte aber zu berühmt bei den Deutschen war, mußte er den befohlenen Heldentod sterben.

    Es gab aber auch Generäle, die heute geehrt werden dürfen wie z.B. General Henning von Tresckow , General Walther von Seydlitz-Kurzbach , der zu Tresckow gehörte und seitens der Russen nach der Gefangenschaft eingesetzt wurde, weshalb „von Seydlitz“ bis heute falsch behandelt wird. Er wurde nur von einer aufrichtigen Geschichtsschreibung aus Russland rehabilitiert, was in Deutschland bis heute Niermand wirklich hören möchte. Nicht einmal die Linken und Genderverblendeten.

    Nehmen wir nun den Anhang in Sachen General Patton, der durch die Eisenhauer-Administration umgebracht wurde, weil er sich zu deutlich der Ehre der Deutschen Wehrmacht und seines Offizierskorp anschloß, so wird klar, er paßte nicht in den Deutschenhass des Juden General Eisenhauer, stand ihm vielmehr im Wege. Und dann sein Versuch im Übereifer die Idee Winston Churchills schon einmal aus freier Generalsentscheidung durch zu führen, die geschlagenen deutschen Truppen umzudrehen, um nun gemeinsam gegen den Kommunismus zu marschieren, bevor dieser sich vom Kriege erholt hätte. Ein durchaus vernünftiger Gedanke, den nicht nur Winston Churchill verfolgte. Und nicht nur General Patton.

    Daraus wurde jedoch nichts, da General Patton, wie später Genarel Arthur oder in Russland Shukow, werden sie zu stark, den Politikern ein Garaus werden und meist werden sie beseitigt.

    Dann sei noch an die Fall Paris erninnert, wo eine einsame Offiziersentscheidung die Stadt vor der Zerstörung ala Warschau bewahrte, oder der Ruhrpott Generalfeldmarschall Walter Model , der so freundlich war Kraft seines Amtes die Deutschen Soldaten aus der Wehrmacht zu entlassen, damit sie möglichst sich nach Hause durchschlagen konnten um so der Gefangenschaft zu entgehen, und danach selbst ob seines Verrates, Selbstmord begang.

    Ja – man darf auch bei einem verlorenen Krieg, der eigentlich nie zu gewinnen war und dennoch gewonnen wurde, so wie 1916/17, gedenken. Denn die Wehrmacht war im Wesentlichen eine Ehrenarmee wie die Deutsche Offiziersführung sich den preussischen Ehrenkodex verpflichtet fühlte, strikt die Kriegsregeln einhielt und aufrecht kämpft wie aufrecht verging.

    Das wird heute mehrheitlich völlig falsch dargestellt, weil es nicht in die Ideologenköpfe paßt und man sich lieber aus einer Art Geisteskrankheit heraus selbst beschmutzt, als seiner Toten, die für die Lebenden gestorben sind, erinnert und ihnen in Würde gedenkt. Diese Selbstbeschmutzungen reichen bis in die Verdrehung historsicher Tatsachen, die bis zu den Trümmerfrauen reichen, deren Generationen fast ausnahmslos, ob West oder Ost, der Vergewaltigung ausgesetzt waren, meist ihre Männer und Väter verloren wie die Meisten noch abwesend waren und ohne Murren anfingen, die Bombenschäden zu beseitigen und den Wiederaufbau zu beginnen!

    Ihnen allen gebührt heute unser Respekt und unsere Achtung – eben auch, weil Niemand freiwillig an diesen gegenseitigen Völkermorden beteiligt war, sondern der Not dummer Politiken folgend, in den Krieg ziehen mußten. Es wird Zeit, eine neue Geschichtsschreibung aufzulegen mit der Erkenntnis der europäischen wie angelsächsischen Völker, ja, unsere Großväter haben alle große Schuld auf sich geladen – und heute darf man die Frage stellen, nein, man muß sie stellen: wozu das Alles und wem hat es wirklich Nutzen gebracht! Denn auch die Besiegten stehen heute wieder da, wo sie seit Reichtsgründung 1871 standen, an der Spitze…..

    Die UDSSR ist Geschichte und das Deutsche Reich ist Geschichte. Alle haben daraus gelernt und sind zumindest in Europa keine Gegner mehr. Dennoch betreiben Politiker Gegnerschaften aus reinem Egoismus wie Fehldeutung der Geschichte heraus, um ihre eigen Gier nach Macht und Geld zu befriedigen. Würden sich die Völker Europas sich dieser Tatsache aufgrund der schlimmen europäischen Geschichte der letzten hundertfünfzig Jahre endlich bewußt werden, würden wir zumindest hier in Mitteleuropa, keine Kriegsgefahren mehr kennen müssen.

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