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24/7 Newsticker
Osten für Studienanfänger aus dem Westen immer attraktiver

Studenten in einer Bibliothek, über dts Nachrichtenagentur

Foto: Studenten in einer Bibliothek, über dts Nachrichtenagentur

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Hochschulen in Ostdeutschland locken in der Summe mehr junge Studienanfänger aus dem Westen als westdeutsche Hochschulen junge Menschen aus dem Osten. Im Studienjahr 2017 (Sommersemester und folgendes Wintersemester) zogen insgesamt rund 2.400 Studienanfänger mehr von westdeutschen in ostdeutsche Länder als umgekehrt, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mit. Damit war es bereits das achte Jahr in Folge mit einem positiven Saldo von Studienanfängern für Ostdeutschland.

Zuvor waren die Verhältnisse in den meisten Jahren nach der Wiedervereinigung umgekehrt. 14 Jahre in Folge, von 1996 bis 2009, hatte es eine Netto-Abwanderung von Studienanfängern von Ost nach West gegeben. Gemessen an der Gesamtzahl der Studienanfänger fallen die Wechsel von Ost nach West oder umgekehrt allerdings wenig ins Gewicht, so die Statistiker. Von den insgesamt 512.400 Studienanfängern im Jahr 2017 begannen 11.200 Personen mit Hochschulzugangsberechtigung aus dem früheren Bundesgebiet ihr Studium in einem der fünf ostdeutschen Länder. 8.800 der Personen mit Hochschulzugangsberechtigung aus den neuen Ländern zog es hingegen zum Studium in das frühere Bundesgebiet. Mehrheitlich begannen Abiturienten 2017 ihr Studium im selben Land, in dem sie die Hochschulreife erworben hatten. Im Fall eines Umzugs überwiegen die Wechsel in benachbarte Bundesländer. So begannen im Studienjahr 2017 beispielsweise 3.000 Personen mit Hochschulzugangsberechtigung aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen ihr Studium an einer Hochschule in Sachsen. Zudem begannen 4.400 Personen mit Hochschulzugangsberechtigung aus den ostdeutschen Flächenländern ein Studium an einer Hochschule in Berlin. Die gesunkenen Abwanderungszahlen junger Studierender aus den neuen Ländern beeinflussen auch die Ost-West-Wanderung und trugen zu einem Rückgang des gesamten Abwanderungsverlusts Ostdeutschlands bei. 2018 zogen 89.700 Menschen aus dem Westen in die neuen Bundesländer und nur 89.100 Menschen aus dem Osten in das frühere Bundesgebiet. Drei Jahrzehnte nach dem Fall der Mauer war der Wanderungssaldo, also die Differenz von Zu- und Fortzügen, damit nahezu ausgeglichen. Für 2017 hatte das Statistische Bundesamt erstmals mit 4.000 mehr ein positives Binnenwanderungssaldo für die neuen Länder verzeichnet.

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