Reaktion auf Kritik
Warum die Nato in Syrien nicht eingreifen kann

Jens Stoltenberg, über dts Nachrichtenagentur

Foto: Jens Stoltenberg, über dts Nachrichtenagentur

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) – Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat die militärische Zurückhaltung des Bündnisses im Syrien-Konflikt verteidigt. „Wir erleben in Syrien eine furchtbare menschliche Katastrophe“, sagte Stoltenberg der „Bild am Sonntag“. „Aber manchmal wären die Kosten des Einsatzes militärischer Mittel größer als der Nutzen.

Eingreifen würde Situation noch schrecklicher machen

Mit Blick auf Syrien sind die Nato-Partner zum Ergebnis gekommen, dass der Einsatz von Militär eine schreckliche Situation noch schrecklicher machen würde.“ Ein Militäreinsatz könnte zu einer weiteren Eskalation beitragen. „Wir würden riskieren, dass es ein größerer regionaler Konflikt wird. Oder dass noch mehr Unschuldige sterben“, sagte Stoltenberg. „Wenn wir auf jedes Problem, jede humanitäre Katastrophe mit militärischen Mittel antworten würden, würden wir in einer Welt mit noch mehr Kriegen und Leiden enden.“

NATO ist wichtiger denn je

Die Wahlkampfkritik von Donald Trump, die Nato sei „obsolet“ geworden, so der Nato-Generalsekretär weiter: „Die Nato ist wichtiger denn je! Die Welt ist gefährlicher als je zuvor, deswegen brauchen wir auch mehr denn je ein Bündnis wie die Nato.“ Stoltenberg begrüßte die Ankündigung der EU, die Sanktionen gegen Russland wegen der Ukraine zu verlängern: „Die Wirtschaftssanktionen senden die klare Botschaft an Russland, dass es kostspielig ist, internationales Recht zu brechen und mit militärischen Mitteln Grenzen zu verändern. Ich begrüße deshalb die Entscheidung der EU, die Sanktionen zu verlängern. Gleichzeitig müssen wir weiter mit Russland das Gespräch suchen. Das ist das Signal des Nato-Russland-Rates am Montag: Die Nato will keine Eskalation, sie will keinen Kalten Krieg.“ Am Montag kommt der Nato-Russland-Rat zum ersten Mal seit Juli wieder in Brüssel zusammen.

Kommentar

Das ist so! Die Nato hatte zu keinem Zeitpunkt die Möglichkeit, eines sinnvollen militärischen Eingreifens. Und das wird auch in Zukunft für alle Konflikte gelten, in die Russland involviert ist.

Herzlich willkommen zurück, in der Welt des Kalten Krieges.

Deine Meinung?

▶ Unabhängiger Journalismus kostenlos per E-Mail:

Gib deine E-Mail-Adresse ein und wir schicken Dir unsere besten Storys:

1 Kommentar
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading...

Weitere Artikel zum Thema:
Kommentare:
Diskutieren, Fragen & Erfahrungsaustausch:
Zu diesem Beitrag gibt es erst 1 Kommentare. Schreib uns Deine Meinung!
  • 🕝 H.M.

    NATO-Generalsekretär warnt vor russischen Expansionsplänen.
    Herr Stoltenberg ist ein Kriegstreiber und Scharfmacher. Er verdreht einfach die Tatsachen. Expandiert hat doch wohl die Nato und nicht Russland. Russland wird von der NATO vornehmlich von den USA bedroht die die NATO für sich instrumentalisieren.
    Herr Stoltenberg ist nicht weit von Hitler entfernt.

Dein Kommentar:

« Indonesien: 13 Tote bei Absturz von Militärflugzeug
» Grüne warnen vor Folgen von Hassbotschaften und Fake News im Internet

Trackback-URL: