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Kritik

Wissenschaftler zweifeln an Corona-Maßnahmen

Schlange stehen vor einem Laden, über dts Nachrichtenagentur

Foto: Schlange stehen vor einem Laden, über dts Nachrichtenagentur

Eine Gruppe von Wissenschaftlern, Kassenmanagern und Medizinern um den Gesundheitsökonomen Gerd Glaeske hat Bund und Ländern eine verfehlte Politik bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie vorgeworfen.

Lesezeit: 2 Minuten

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Es gebe eine Reihe von „besorgniserregenden Fehlentwicklungen“, heißt es in einem Thesenpapier, über das die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ in ihren Dienstagsausgaben berichten. „Es überwiegt der Eindruck, dass die Verantwortlichen auf den immergleichen Vorgehensweisen beharren und Maßnahmen sogar noch verstärken, an deren Wirksamkeit und Akzeptanz es aus wissenschaftlicher Sicht größte Zweifel geben muss“, kritisieren die Autoren.

Immer neue Drohungen

Sie warnen Bund und Länder nachdrücklich davor, die Bevölkerung mit immer neuen Drohungen vor einem erneuten Lockdown zur Disziplin bewegen zu wollen. Dieser anhaltende und als alternativlos bezeichnete Bezug allein auf die Verantwortlichkeit des Einzelnen führe „zu Ermüdung, Abwendung und Flucht in falsche Heilslehren, aber nicht zu einer Verbesserung der Wirksamkeit der vorgeschlagenen beziehungsweise angeordneten Maßnahmen“, wird argumentiert. „Dies gilt vor allen Dingen im Zusammenhang mit einer Drohkulisse, die aus den impliziten Versatzstücken `langdauernder Winter`, `Weihnachten im Lockdown` und `es könnte für Sie kein Intensivbett mehr frei sein` zusammengesetzt ist“, so die Autoren.

Diese Form der Krisenkommunikation führt nach Ansicht der Wissenschaftler in eine Sackgasse. Erforderlich sei vielmehr, regelmäßig eine „verständliche Neuanalyse der Situation“ vorzunehmen und Konzepte weiterzuentwickeln. Die Chance dafür sei auf der Konferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der vergangenen Woche jedoch verpasst worden. Stattdessen werde fälschlicherweise auf mehr Druck, mehr Kontrolle, eine Kriminalisierung der Bevölkerung und teilweise auch auf Denunziation gesetzt. Konkret fordern die Autoren, den Schutz von Risikogruppe in den Mittelpunkt der aktuellen Politik zu stellen. Das müsse der neue Leitgedanke sein, auch in der Krisenkommunikation. Dass das bisher noch nicht geschehen sei, sei eine „folgenreiche Fehlentscheidung“.

Erfahrungen aus der HIV-Bekämpfung

Dabei zeigten Erfahrungen aus der Vergangenheit, zum Beispiel bei der HIV-Bekämpfung, dass allgemeine Maßnahmen immer mit spezifischen Schutzkonzepten für besonders gefährdete Gruppen kombiniert werden müssten. „Als Alternative bleibt sonst nur die Misere, die sich derzeit beobachten lässt: die allgemeinen Maßnahmen müssen immer weiter verschärft werden (bis zum Lockdown), um dann doch festzustellen, dass sie keinen Erfolg bringen“, wird in dem Papier gewarnt.

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